30.03.2016
Sicherheitstechnik

Bessere Förderung für Einbruchschutz

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) hat zum 1. April die Förderung zur Verbesserung des Einbruchschutzes erweitert. Wie wichtig gute Sicherheitstechnik ist, verdeutlicht die Polizeistatistik 2015. Demnach sind die Einbruchszahlen bundesweit auf einen Rekordwert gestiegen. Von Karsten Röbisch

Immobilienbesitzer und Mieter können den Einbau von einbruchhemmenden Türen oder Alarmanlagen künftig einfacher finanzieren. Die staatliche Förderbank KfW erweitert ab 1. April ihr Förderangebot zur Verbesserung des Einbruchschutzes. Neben Zuschüssen von bis zu 1500 Euro vergibt sie nun auch zinsgünstige Kredite bis 50.000 Euro pro Wohneinheit. Zudem fördert sie Einbruchsschutzmaßnahmen fortan separat, bislang war dies nur im Rahmen von energetischen Sanierungen oder altersgerechten Umbauten möglich.

Gleichzeitig erweitert die KfW den Katalog der förderfähigen Maßnahmen. Finanziell unterstützt werden künftig unter anderem auch:

  • der Einbau von Nachrüstsystemen für Fenster (z.B. spezielle Fenstergriffe),
  • der Einbau und Nachrüstung einbruchhemmender Haus- und Wohnungseingangstüren (z.B. Türspione, Mehrfachverriegelungssysteme mit Sperrbügel, Gegensprechanlagen),
  • der Einbau von Einbruchs- und Überfallmeldeanlagen (z.B. Kamerasysteme, Panikschalter).

Einbruchszahlen 2015 deutlich gestiegen

Wie wichtig eine gute Sicherheitstechnik ist, verdeutlicht die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 (PKS), über die die Tageszeitung „Die Welt“ berichtet. Demnach ist die Zahl der Einbrüche im vergangenen Jahr bundesweit um rund zehn Prozent auf einen Rekordwert von 167.000 gestiegen. Immer öfter handelt es sich bei den Kriminellen um organisierte Einbrecherbanden aus dem Ausland, die nach ihrem Beutezug schnell über die offenen Grenzen verschwinden. Bereits 2014 waren die Einbruchszahlen gestiegen.

Als Reaktion darauf hatte die Politik bereits im Vorjahr beschlossen, den passiven Einbruchschutz stärker zu fördern. Dafür bewilligte der Haushaltsausschuss des Bundestages für die drei Jahre von 2015 bis 2017 jeweils 10 Millionen Euro. Das Geld wird über die KfW als Zuschüsse an Hauseigentümer und Mieter verteilt. Das Interesse daran ist groß: Nach eigenen Angaben hat die KfW seit Programmstart im November 2015 mehr als 10.000 Anträge für die Verbesserung der Sicherheitstechnik bewilligt. Ergänzend zu den Zuschüssen kommt nun das Kreditförderprogramm dazu.

Einbrüche verursachen Schäden in Millionenhöhe

Die deutschen Versicherer begrüßen die Ausweitung des Förderprogramms (PDF). Denn durch die Nachrüstung mit der richtigen Sicherungstechnik können viele Einbrüche verhindert werden. Rund 40 Prozent der Einbruchsversuche werden abgebrochen, wenn die Täter nicht schnell genug in die Wohnung kommen. Es zahlt sich also aus, es den Einbrechern mit technischen Mitteln möglichst schwer zu machen. Wohnungseinbrüche sorgen jährlich für Schäden an Millionenhöhe. Im Jahr 2014 leisteten die Hausratversicherer insgesamt 490 Millionen Euro für Einbruchsschäden.