15.02.2016
Vorläufige Geschäftszahlen 2015

Versicherer in schwierigem Umfeld gut behauptet

Die Versicherungswirtschaft hat 2015 den widrigen Rahmenbedingungen getrotzt. In der Schaden- und Unfallversicherung kletterten die Einnahmen, in der Lebensversicherung gingen die Beiträge nach starkem Vorjahr leicht zurück. Der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, erwartet auch für 2016 „ein herausforderndes Jahr“.

Die deutschen Versicherer verzeichneten im vergangenen Jahr nach vorläufigen Berechnungen ein Plus bei den Beitragseinnahmen von 0,5 Prozent auf 193,6 Milliarden Euro (Vorjahr: plus 2,7 Prozent). Mit einem moderaten Wachstum in ähnlicher Größenordnung rechnet die Branche auch 2016.

In der Schaden- und Unfallversicherung verbuchten die Unternehmen laut Hochrechnung einen Beitragszuwachs von 2,6 Prozent auf 64,2 Milliarden Euro (Vorjahr: plus 3,3 Prozent). Die Leistungen nahmen deutlich zu um 5,8 Prozent auf 48,0 Milliarden Euro (Vorjahr: minus 8,6 Prozent). Hier machte sich vor allem der Orkan Niklas vom vergangenen März bemerkbar, der versicherte Schäden von etwa 750 Millionen Euro verursacht hat. In der Kraftfahrtversicherung entstanden mehr Schäden, da wegen der niedrigen Kraftstoffpreise mehr Auto gefahren wurde.

Der versicherungstechnische Gewinn wird daher mit 2,1 Milliarden Euro deutlich niedriger erwartet (Vorjahr: 3,3 Milliarden Euro). Die Schaden-Kosten-Quote stieg auf 97 Prozent (Vorjahr: 95 Prozent).

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Lebensversicherung: Laufende Beiträge stabil, Einmalbeiträge rückläufig

Bei den Lebensversicherern, Pensionskassen und Pensionsfonds gingen die Prämieneinnahmen 2015 um voraussichtlich 1,3 Prozent auf 92,5 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: plus 3,1 Prozent). Vor dem Hintergrund der starken Vorjahresentwicklung fiel der Rückgang weniger deutlich aus als erwartet. Während das Geschäft mit laufenden Beiträgen mit einem Plus von 0,2 Prozent auf 64,6 Milliarden Euro stabil blieb (Vorjahr: minus 0,8 Prozent), gingen die Einmalbeiträge um 4,5 Prozent auf 27,9 Milliarden Euro zurück (Vorjahr: plus 12,9 Prozent).

Das Neugeschäft entwickelte sich – vor allem beeinflusst durch das Einmalbeitragsgeschäft – schwächer. Dabei ist zu berücksichtigen, dass das Neugeschäft im vierten Quartal 2014 stark zugelegt hatte.

Eine ausführliche Bilanz des Geschäftsjahres 2015 zieht der GDV auf seiner Jahrespressekonferenz am 6. April in Berlin.