25.02.2016
5 Fakten

Deutschland-Rente muss sich an Riester messen lassen

Wer heute für das Alter vorsorgen und sparen möchte, hat es schwer. Die Zinsen liegen tief im Keller, eine fiskalpolitische Wende ist nicht in Sicht. Einige Landespolitiker haben jetzt mit der Deutschland-Rente eine staatliche Fondslösung ins Spiel gebracht, die aktuell kontrovers diskutiert wird. Die Debatte ist gut und notwendig, sollte aber nicht bestehende Vorsorgewege per se in Misskredit bringen – dazu zählt für Millionen Menschen die Riester-Rente. Warum diese Sparer mit ihrer Entscheidung richtig liegen, haben wir in 5 Fakten zur Riester-Rente zusammengetragen.

1. Warum wird die private Altersvorsorge überhaupt staatlich gefördert?

Es ist das zentrale Argument pro Riester: Die staatliche Förderung steigert den Anreiz, privat für das Alter vorzusorgen. Und dass eigenverantwortliches Handeln gefragt ist, belegen die Fakten. Bis zum Jahr 2030 sinkt das Rentenniveau auf 43 Prozent – das ist keine Prognose, sondern bereits politisch beschlossen.

Damit reicht die gesetzliche Rente in Zukunft allein nicht mehr aus, um den gewohnten Lebensstandard im Alter zu halten. Die Riester-Rente unterstützt Menschen aller Einkommensgruppen dabei, sich eine private Altersversorgung aufzubauen und so Einschnitte in der gesetzlichen Rentenversicherung auszugleichen.

2. Wie fördert der Staat die Riester-Rente?

Der Staat fördert die Riester-Rente, indem er die Einzahlungen des Kunden oder der Kundin durch Zulagen aufstockt. Die Zulagen setzen sich aus einer Grund- und einer Kinderzulage zusammen:

  • Die Grundzulage beträgt 154 Euro pro Person und Jahr.
  • Die Kinderzulage beträgt 300 Euro pro Kind und Jahr (vor dem 1.1.2008 geborene Kinder 185 Euro pro Jahr).
  • Insgesamt schlägt die Riester-Förderung mit 3 Milliarden Euro im Bundeshaushalt zu Buche – Geld, das direkt denjenigen zugutekommt, die für ihr Alter vorsorgen. Zum Vergleich: In die gesetzliche Rentenkasse flossen aus Steuermitteln allein 2015 über 93 Milliarden Euro, die für laufende Ausgaben verwendet wurden. Gerade im Zinstief sind die Zulagen und die Steuerermäßigung eine klarer Vorteil der geförderten Altersvorsorge, da sie nachweislich die Rendite erhöhen. Zu diesem Ergebnis kommt auch Finanztest.

    3. Profitieren auch Menschen ohne Kinder von Riester?

    Ja. Die Riester-Rente bringt auch Vorteile bei der Einkommensteuer. Denn die eingezahlten Beiträge und die staatlichen Zulagen können als Sonderausgaben bei der Einkommensteuer geltend gemacht werden. Das Finanzamt prüft dann, ob die Steuerersparnis über den Sonderausgabenabzug höher ist als die Zulage („Günstigerprüfung“). Ist der Sonderausgabenabzug lohnender, führt das zu einer zusätzlichen Steuerermäßigung.

    4. Wie sicher ist die Riester-Rente?

    Der Staat hat den Anbietern von Riester-Renten klare Auflagen gestellt. Alle Riester-Verträge, die auf Rentenleistungen ausgerichtet sind, müssen:

    • garantieren, dass zu Beginn der Rentenphase mindestens die selbst eingezahlten Beiträge plus staatlicher Zulage zur Verfügung stehen,
    • eine lebenslange Rente auszahlen
    • und einmal im Jahr umfassend über Beiträge, gebildetes Kapital, Erträge, Kosten etc. informieren.

    5. Wie sinnvoll ist eine Kündigung?

    Wer seinen Riester-Vertrag kündigen und das gesparte Vorsorgekapital entnehmen will, kann das tun. Die Kündigungsfrist beträgt maximal drei Monate zum Quartalsende. Davon ist aber klar abzuraten. Denn wer kündigt, sollte beachten, dass die Zulagen und die Steuervorteile an den Staat zurückgezahlt werden müssen. Eine Alternative: Versicherungskunden lassen den Riester-Vertrag ruhen. Das heißt, der Vertrag wird nicht gekündigt, sondern nur die Beitragszahlungen eingestellt.

    Dieser Modus ist immer dann sinnvoll, wenn der Sparer weniger Einkommen zur Verfügung hat, etwa bei Arbeitslosigkeit oder auch in der Elternzeit. Der Kunde erhält dann zwar keine Förderung mehr, die bereits erhaltenen Zulagen und Steuervergünstigungen gehen aber nicht verloren. Ein weiteres Plus: Der Vertrag kann jederzeit fortgeführt werden.