08.01.2016
Massenkarambolage an Neujahr

Vereinfachte Schadenregulierung für Unfall auf A33

Dichter Nebel führte an Neujahr auf der A33 bei Paderborn zu einer Massenkarambolage. 24 Fahrzeuge krachten ineinander, 27 Menschen wurden dabei verletzt, ein Mensch starb in seinem Wagen. Die Kfz-Versicherer im GDV bieten für solch einen Massenunfall ein vereinfachtes Verfahren an, um die Schäden möglichst unkompliziert zu regulieren.

Für die Karambolage auf der A33 am Neujahrsmorgen wird erstmals das neue Verfahren zur Schadenregulierung bei Massenunfällen angewendet, das der GDV im November vorgestellt hat. Alle Unfallbeteiligten – auch Fahrer – können sich dadurch direkt an den eigenen Kfz-Haftpflichtversicherer wenden, um die Schäden an Personen und am Auto ersetzt zu bekommen. Auch wer zum Beispiel keine Kaskoversicherung abgeschlossen hat, bekommt durch das vereinfachte Regulierungsverfahren die Schäden am eigenen Auto ersetzt. Bei einem normalen Unfall sind die Schäden am eigenen Wagen ohne nachweisbaren Verursacher ausschließlich über die Kaskoversicherung abgedeckt.

Neue Regelung: 100 Prozent des Schadens werden ersetzt

Ein weiterer Vorteil für die betroffenen Autofahrer: Alle Schäden am Auto werden grundsätzlich zu 100 Prozent von den Kfz-Haftpflichtversicherern übernommen. Bislang galt, dass die betroffenen Autofahrer lediglich bei einem Heckschaden die volle Erstattung bekamen, nicht aber bei einem Front- oder Totalschaden.

Bei einem Massenunfall ist die Situation häufig unübersichtlich und chaotisch. Der Verursacher kann praktisch kaum ermittelt werden, weil der Unfallhergang nicht eindeutig rekonstruiert werden kann. Deshalb setzen die Kfz-Versicherer das vereinfachte Regulierungsverfahren ein, damit die Unfallbeteiligten nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben.



Ab wann ist ein Unfall ein Massenunfall?

Nicht jeder Unfall mit vielen Fahrzeugen ist gleich ein Massenunfall und kann entsprechend reguliert werden. Ob ein Massenunfall vorliegt, entscheidet ein Gremium des GDV. Dafür müssen drei Bedingungen vorliegen:

  1. Es darf keinen identifizierbaren Unfallverursacher geben.
  2. Es müssen mindestens 40 Fahrzeuge beteiligt sein. Ist der Unfallhergang nur schwer nachvollziehbar, etwa wegen der Witterungsverhältnisse, genügen im Ausnahmefall auch 20 Fahrzeuge.
  3. Es besteht ein enger räumlicher und zeitlicher Zusammenhang bei dem Unfallgeschehen.

Für den Unfall auf der A33 sah das GDV-Gremium diese drei Kriterien als erfüllt an. Dadurch können die Schäden jetzt im Sinne der Autofahrer einfacher reguliert werden, als wenn das normale Verfahren greifen würde.