26.01.2016
GDV-Vertriebswegestatistik 2014

So schließen Versicherungskunden ihre Verträge ab

Auch im Zeitalter der Digitalisierung und des Internets steht die persönliche Beratung bei den Kunden von Versicherungen hoch im Kurs. Beim Abschluss einer Police vertrauen sie besonders einem Vertreter oder Makler. Der Direktvertrieb über Online- und Vergleichsportale wächst zwar – aber weniger dynamisch, als man vermuten könnte.

Vor allem ihre Lebensversicherungen schließen Kunden nach wie vor am liebsten beim Einfirmenvermittler ab. 41,9 Prozent des Neugeschäfts wurden im Geschäftsjahr 2014 so vermittelt. Auch beim Abschluss von Schaden-/Unfallversicherungen wenden sich die Kunden bevorzugt an Vertriebsmitarbeiter, die exklusiv nur für einen Anbieter arbeiten. Mit 46,2 Prozent entfiel knapp die Hälfte des Jahresbeitrags im Neugeschäft auf diesen Vertriebsweg. Dies geht aus der Vertriebswegestatistik 2014 des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, die je nach Sparte bis zu 95 Prozent des Marktes abdeckt.

Die persönliche Beratung nimmt damit bei der Entscheidung für ein Versicherungsprodukt trotz Digitalisierung und des Trends zum Einkaufen via World Wide Web immer noch einen hohen Stellenwert ein. Diesen Trend belegen auch die hohen Abschlusszahlen von Versicherungsmaklern. 26 Prozent des Neugeschäfts von Lebensversicherungen wurde im Jahr 2014 von Maklern abgeschlossen, die im Gegensatz zu den Einfirmen- und Mehrfachvertretern nicht vertraglich an bestimmte Versicherungsgesellschaften gebunden sind. Im Vorjahr lag dieser Wert noch bei 25,2 Prozent. Im Produktspektrum Schaden- und Unfallversicherung verzeichneten Makler zwar geringe Einbußen, ihre Kunden standen aber immer noch für fast 30 Prozent der Jahresbeiträge.

Die Zahlen belegen, wie wichtig Vermittler für Versicherungsunternehmen sind. Deshalb ist es entscheidend, dass Versicherungsvermittler nicht nur gut ausgebildet sind, sondern sich auch kontinuierlich weiterbilden. Das will zum Beispiel die Initiative „gut beraten“ sicherstellen.

Der Direktvertrieb verbuchte erneut ein Wachstum im Schaden- und Unfallbereich. Der Marktanteil stieg hier von 11,6 auf 12,0 Prozent. Im Neugeschäft mit Lebensversicherungen kam dieser Vertriebsweg auf einen Marktanteil von 3,3 Prozent, was einem Minus von 0,7 Prozentpunkten entspricht.

Banken und Sparkassen legen als Vertriebskanal zu

Banken und Sparkassen haben im Jahr 2014 einen Zuwachs in der Vermittlung von Policen verzeichnet. Bei der Vermittlung von Lebensversicherungen wuchs der Marktanteil der Banken und Sparkassen von 19,8 auf 21,0 Prozent und im Bereich Schaden/Unfall von 5,5 auf 6,0 Prozent. Am größten fiel das Plus mit 1,5 Prozentpunkten (Marktanteil: 5,3 Prozent) bei den vermittelten Krankenversicherungen aus.

Die Angaben zur Geschäftsverteilung beziehen sich in der Lebensversicherung auf die Beitragssumme, bei Krankenversicherungen auf die Monatsbeiträge und in der Sparte Schaden/Unfall auf die jeweiligen Jahresbeiträge.

Im Unterschied zu 2013 wurden in der aktuellen Statistik die Vergleichsportale – die in der Regel als Versicherungsmakler registriert sind – erstmals klar dem Direktvertrieb zugeordnet. Im Bereich Schaden/Unfall wurden zudem durch Korrekturmeldungen der Unternehmen die alten Werte aus 2013 angepasst.