28.12.2015
Naturgefahren-Bilanz 2015

„Niklas“ verursacht Schäden von 750 Millionen Euro

Er entpuppte sich als besonders stark und teuer: Der Wintersturm „Niklas“ fegte mit bis zu 192 Stundenkilometern Windgeschwindigkeit durch Deutschland und sorgte für 750 Millionen Euro Schäden an versicherten Gebäuden. „Niklas“ war damit das Top-Schadenereignis unter den Naturgefahren 2015.

Die Schadensbilanz durch Naturgefahren des Jahres 2015 ist vor allem durch Wintersturm „Niklas“ gekennzeichnet. Mit Spitzengeschwindigkeiten von bis zu 192 km/h richtete er allein in Deutschland Schäden an versicherten Gebäuden in Höhe von 750 Millionen Euro an. Damit zählt „Niklas“ zu den fünf schwersten Winterstürmen in Deutschland seit 1997.

Insgesamt haben die Sachversicherer nach bisherigen Schätzungen im Jahr 2015 rund 2,1 Milliarden Euro für die Schäden durch Naturgefahren gezahlt. „Das Jahr 2015 zeigt wieder einmal eindrucksvoll, dass ein einziger Sturm gut ein Drittel der Schäden verursachen kann“, sagte Alexander Erdland, Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bei der Vorstellung der Zahlen in Berlin.

Tornados nicht ungewöhnlich für Deutschland

Neben „Niklas“ bleiben vor allem die zerstörerischen Bilder zahlreicher Tornados in Erinnerung. Im Mai verwüstete beispielsweise ein Tornado das Dorf Bützow in Mecklenburg-Vorpommern. Über 100 Häuser wurden beschädigt, zahlreiche so stark, dass sie unbewohnbar wurden. Auch für solche Schäden kommt die Wohngebäudeversicherung auf. In der Wahrnehmung vieler Menschen sind Tornados sehr ungewöhnlich für unsere Breitengrade. Meteorologen hingegen wissen, dass sie in Deutschland regelmäßig vorkommen. Im Gegensatz zu früher werden Tornados heute viel besser dokumentiert und sei es nur, dass Bilder mit der Kamera eines Smartphones gemacht werden.

Klimastudie: Stürme werden heftiger und häufiger

Eine im Jahr 2011 veröffentlichte Studie von Versicherern und Klimaforschern kommt zu dem Schluss, dass Sturmschäden bis zum Jahr 2100 um mehr als 50 Prozent zunehmen könnten. Besonders schadenträchtige Stürme mit einer Intensität, wie sie heute alle 50 Jahre vorkommt, könnten dann alle zehn Jahre eintreten.

GDV-Präsident lobt Klimaschutzabkommen von Paris

„Angesichts dieser Herausforderungen ist das Klimaschutzabkommen von Paris ein deutlicher Fortschritt im Kampf gegen die Folgen der Erderwärmung“, so Erdland weiter. Entscheidend für den Erfolg des Abkommens ist jedoch, dass die selbstgesteckten nationalen Klimaschutzziele die Treibhausgasemissionen auch wirklich entscheidend begrenzen. Sollten die vereinbarten Reduktions- und Kontrollmechanismen auf Dauer keinen Erfolg haben, werden die Menschen die negativen Folgen der Erderwärmung mittelfristig stärker auch in Deutschland spüren. Nur wenn die freiwilligen Verpflichtungen Wirkung entfalten, besteht die Chance, dass sich künftige Wetterextreme in einem erträglichen Maß bewegen werden. Alles andere würde auch die Versicherungswirtschaft vor große Herausforderungen stellen.

„Vor diesem Hintergrund setzen wir uns weiterhin für eine verstärkte Aufklärung, zielgerichtete Präventionsmaßnahmen und individuellen Versicherungsschutz ein“, sagte Erdland. In zahlreichen Bundesländern gibt es bereits Informationskampagnen, die darüber Auskunft geben, wie stark jeder Einzelne von Naturgefahren betroffen ist. „Eine bundesweite Kampagne und die Einrichtung eines nationalen Naturgefahrenportals sind notwendiger denn je“, betonte Erdland, „denn eine Flut wie 2013 oder ein Sturm wie „Kyrill“ kann uns jederzeit wieder ereilen. Dann gilt es, besser vorbereitet zu sein.“

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