21.10.2015
Fragen und Antworten

So funktioniert die Maklerkommunikation 4.0

Der Datenaustausch zwischen Maklern und Versicherungsunternehmen soll durch einheitliche technische Standards schneller, effizienter und vor allem sicherer werden. Das ist leichter gesagt als getan, insbesondere weil die Versicherungswirtschaft höchste Sicherheitsanforderungen stellt. Wie genau die Maklerkommunikation in Zukunft funktionieren soll, erklären wir Ihnen auf dieser Seite.

1. Warum ein digitales Projekt für Makler und Versicherungen?

Ziel des Maklerprojektes 4.0 ist eine standardisierte, elektronische Kommunikation zwischen Maklern und Versicherern. Zukünftig finden Makler alle Kunden- und Vertragsdaten schnell und bequem in ihrem Maklerverwaltungsprogramm. Der Datenaustausch, zum Beispiel bei der Vertragsverwaltung oder in der Schadenbearbeitung, wird dadurch einfacher und sicherer.

2. Wie funktioniert die Maklerkommunikation künftig?

Über sein Maklerverwaltungsprogramm erhält der Vermittler auf Knopfdruck – oder vollautomatisch – von allen Versicherungsunternehmen tagesaktuell neue Dokumente, aktuelle Vertrags- oder Provisionsdaten und Informationen über Beratungsanlässe. Umgekehrt kann der Vermittler neue Adress- oder Inkassodaten in einem Vorgang an alle Versicherungsunternehmen übermitteln, bei denen der Kunde einen Vertrag besitzt. Der Kundenprozess wird somit effizienter, schneller und kostengünstiger.

Nach erfolgreicher Authentifizierung (siehe Frage 4) können Makler im Laufe eines Arbeitstages – ohne erneute Eingabe von Zugangsdaten – auf die Daten aller angebundenen Versicherungsunternehmen zugreifen. Vorausgesetzt, sie verfügen über die entsprechende Berechtigung (Autorisierung) im jeweiligen Versicherer-System. In der Zukunft kann die Möglichkeit geschaffen werden, auch sogenannte TAA-Prozesse (Tarifierung, Angebot und Antrag) zu standardisieren. Auf Basis der eingegebenen Bestandsdaten könnte der Vermittler dann gleichzeitig die Angebote aller angeschlossenen Versicherungsunternehmen abrufen und den Preis abrufen.

Die wichtigsten Informationen in einem Flyer

Sichere Kommunikation über standardisierte Schnittstellen
 
Die Maklerkommunikation 4.0 soll die Kommunikation ab Oktober 2016 vereinfachen. Damit Sie gut informiert sind, haben wir die wichtigsten Informationen dieser Schwerpunkt-Seiten in einem Flyer zusammengetragen.
 
Download (PDF)

3. Was sind die Voraussetzungen für einen sicheren Datenaustausch

Makler und Versicherer tauschen wichtige und höchst sensible Kundendaten aus, beispielsweise nach einem Verkehrsunfall. Damit sich alle Parteien, Versicherungskunde, Makler und Unternehmen, auf einen sicheren Datenaustausch verlassen können, sind

  • a) eine sicherheitszertifizierte IT-Infrastrukur und
  • b) einheitliche Kommunikationsstandards entscheidend.

a) IT-Infrastruktur

Eine sichere IT-Infrastruktur ist Dreh- und Angelpunkt der Kommunikation zwischen Maklern und Versicherungsunternehmen. Der Versicherungsverband GDV hat dafür die „Trusted German Insurance Cloud” (TGIC). Versicherungsvermittler können sicher und geschützt mit Versicherungsunternehmen Daten austauschen und benötigen dafür lediglich einen Computer mit Internet-Anschluss. Abstriche an der Sicherheit gibt es dabei nicht: Die TGIC wurde vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) zertifiziert – als erste Cloud-Lösung in Deutschland überhaupt. Sie erfüllt damit die höchsten Sicherheitsstandards.

b) Kommunikationsstandards

Damit der Daten- und Informationsfluss in der Praxis rund läuft, müssen auch die Prozesse klar geregelt sein. Versicherer, Vermittler und Dienstleister haben dazu allgemeingültige elektronische Prozessabläufe zur Übertragung von fachlichen Daten und Dokumenten zwischen Maklern und Versicherern entwickelt. Die ausgetauschten Datensätze sind auf Basis allgemein akzeptierter Normen des Brancheninstitutes für Prozessoptimierung (BiPRO) standardisiert.

4. Wie authentifiziert sich zukünftig der Makler?

Herzstück der TGIC ist ein zentraler Authentifizierungs-Service, das Insurance Trust Center (ITC): Möchte der Nutzer Daten bei einem Versicherer abrufen, überprüft das ITC, ob der Nutzer registriert ist und authentifiziert ihn. Das funktioniert nicht allein mit einem Passwort. Der Nutzer muss sich außerdem über eine Transaktionsnummer, die er per SMS auf das Handy erhält, anmelden. Das Prinzip ist ähnlich dem Online-Banking.