03.09.2015
Podcast

Regionalklassen 2016 – Das verändert sich in Ihrer Region

Je nach Zulassungsbezirk wird das Auto in eine sogenannte Regionalklasse eingestuft. Diese Einstufung ist ein Merkmal von vielen, mit dessen Hilfe Versicherer den Beitrag zur Kfz-Versicherung risikogerecht kalkulieren. Wie die Regionalklassen 2016 aussehen und wo es die größten Veränderungen geben wird, erklärt Stephan Schweda vom GDV im Interview und im Radiobeitrag.

Update 31.08.2016: Regionalklassen 2017

Die neue Regionalklassenstatistik 2017 finden Sie hier.

Was genau sind denn die Regionalklassen?
Stephan Schweda: Die Regionalklassen – da kommt’s drauf an: wo fahre ich mit meinem Auto? Das heißt: wo ist das Auto zugelassen? Hier versuchen wir einfach, die Schadenbilanz in dieser Region statistisch zu erfassen. Insgesamt gibt’s hier 415 Zulassungsbezirke. Hier gibt’s dann eben noch Unterschiede in der Einteilung – was sich wieder unterscheidet in Haftpflicht, Voll- und Teilkasko. Und sie spiegeln jeweils dann die Schadenbilanz in der Region – also in der ich das Auto fahre. Und das ist eben dann die sogenannte Regionalklasse.

Warum gibt es regionale Unterschiede und keine bundesweite, einheitliche Klasse?
Schweda: Eine Regionalklasse wird maßgeblich vom Fahrverhalten der Autofahrer in dem jeweiligen Bezirk beeinflusst. Gibt es viele Unfälle, steigt die Einstufung. Umgekehrt gilt das genauso: gibt es weniger Schäden, sinkt sie. Aber auch die durchschnittliche Schadenhöhe wird hier in die Berechnung miteinbezogen, genauso wie Unfallschwerpunkte oder ob beispielsweise viele Fahrzeuge gestohlen werden – also die sogenannte Diebstahlrate. Hinzu können aber auch Naturereignisse, Sturm-, Hagelschäden kommen. All das wird im Grunde in diese Regionalklassenberechnung mit eingerechnet.


Radiobeitrag: Regionalklassen 2016

Und worauf können sich Autofahrer im kommenden Jahr einstellen?
Schweda: Rund 20 Prozent der deutschen Autofahrer fahren im kommenden Jahr in einer günstigeren Regionalklasse. Das klingt ja schon mal gut. Und sie profitieren dann letztlich auch bei ihrer Kfz-Versicherung. Da könnte es ein bisschen günstiger werden. Man muss natürlich immer die Gesamtberechnung sehen. 15 Prozent werden herabgestuft. Bei der Kaskoversicherung ändert sich für fast 90 Prozent der Versicherten gar nichts.

Wo wird es denn im kommenden Jahr die größten Veränderungen geben?
Schweda: In Sachen Haftpflicht kommt man im Allgemeinen in Norddeutschland ein bisschen günstiger weg. Die höchste Schadenbilanz erreicht diesmal Berlin und allgemein in Großstädten ist die Schadenbilanz ein bisschen höher. Bei den Kasko-Versicherungen haben die Wesermarsch in Niedersachsen und der Bezirk Münster die besten Werte, die höchste Schadenbilanz erreicht der Landkreis Ostallgäu in Bayern.