29.09.2015
25 Jahre Deutsche Einheit

„Generation Mitte“ sieht Wiedervereinigung als Erfolgsgeschichte

Knapp 25 Jahre nach der Wiedervereinigung ziehen die heute 30- bis 59-Jährigen eine positive Bilanz: In einer repräsentativen Allensbach-Umfrage im Auftrag des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) bezeichneten 64 Prozent die Wiedervereinigung als Erfolgsgeschichte, in Ostdeutschland lag dieser Wert mit 69 Prozent noch höher. Als Gewinner der Einheit sahen sich 59 Prozent der befragten Ostdeutschen, nur 12 Prozent fühlten sich als Verlierer.

Ungeachtet der insgesamt positiven Bewertung erkennt die mittlere Generation aber nach wie vor eine große Kluft zwischen Ost und West. 41 Prozent der westdeutschen und zwei Drittel (64 Prozent) der ostdeutschen Befragten schätzen die Unterschiede der Wirtschafts- und Lebensverhältnisse als groß oder sehr groß ein, nur eine Minderheit von 8 Prozent (West) beziehungsweise 2 Prozent (Ost) können kaum oder keine Unterschiede mehr feststellen.

Abweichende Meinungen haben Ost und West hinsichtlich der Zukunftsaussichten für die neuen Länder: Im Westen erkennt ein Drittel (34 Prozent) einen Aufwärtstrend, nur eine Minderheit von 10 Prozent meint, die Lage würde sich verschlechtern. Deutlich skeptischer fällt die Bewertung in Ostdeutschland selbst aus: Hier sehen nur 25 Prozent einen Aufwärtstrend, aber 19 Prozent eine Verschlechterung der Lage.

Über die „Generation Mitte“

Die mehr als 35 Millionen 30- bis 59-jährigen in Deutschland stehen mitten im Berufsleben, erziehen Kinder, finanzieren die sozialen Sicherungssysteme und pflegen immer häufiger auch die eigenen Eltern. Die „Generation Mitte“ stellt damit im wahrsten Sinne des Wortes die „Leistungsträger“ unserer Gesellschaft. Der GDV hat das Institut für Demoskopie Allensbach beauftragt, dieser breiten Bevölkerungsschicht einmal jährlich „den Puls zu fühlen“ und ihre Einstellungen, Erwartungen und Ängste zu erforschen.

Differenzierte Einschätzung der DDR-Vergangenheit

Bei einem Vergleich der heutigen Situation mit dem Leben in der DDR haben die befragten Ostdeutschen kein einheitlich negatives Bild der DDR. Zwar werden in vielen Lebensbereichen mit überwältigender Mehrheit Verbesserungen festgestellt – das betrifft vor allem die Meinungs- und Pressefreiheit, den Umweltschutz, das Warenangebot, die Wohnverhältnisse und die Infrastruktur. Es gibt allerdings auch Bereiche, die in den Augen der Befragten in der DDR besser waren als heute, unter anderem die Kinderbetreuung und die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das Bildungssystem, die soziale Gerechtigkeit sowie die Gleichberechtigung von Mann und Frau.

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