02.09.2015
Allensbach-Umfrage

„Generation Mitte“ 2015 – Studienergebnisse im Überblick

Vor dem Hintergrund des Regierungsdialogs „Gut Leben in Deutschland“ hat der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) beauftragt, die Anforderungen der „Generation Mitte“ an eine gute Lebensqualität und ihre Wahrnehmung der eigenen Lebensbedingungen in Erfahrung zu bringen. Dafür hat das IfD in einer repräsentativen Umfrage 1.020 Personen im Alter von 30 bis 59 Jahren befragt. Das sind die zentralen Erkenntnisse der diesjährigen Studie über die „Generation Mitte“.

Lebensqualität in Deutschland

 
– Die „Generation Mitte“ bewertet die Lebensqualität in Deutschland äußerst positiv.

  • 91 Prozent der Befragten bezeichnen die Lebensqualität als gut oder sehr gut.
  • Drei von vier Befragten (72 Prozent) denken, dass Deutschland auch für hochqualifizierte ausländische Arbeitnehmer attraktiv ist.

– Die 30- bis 59-Jährigen stellen hohe und vielfältige Anforderungen an die Lebensqualität.

  • An der Spitze der Voraussetzungen für ein gutes Leben stehen eine gute Gesundheitsversorgung (86 Prozent), Meinungsfreiheit (76 Prozent), ein gutes Bildungssystem (76 Prozent), Rechtssicherheit (73 Prozent) und politische Stabilität (67 Prozent).

– Die „Generation Mitte“ sieht viele ihrer Anforderungen als erfüllt oder sogar als übererfüllt an.

  • 73 Prozent loben die politische Stabilität in Deutschland, 72 Prozent die wirtschaftliche Lage und 67 Prozent das System der sozialen Sicherung.
  • Ebenfalls erfüllt sind die Anforderungen an die Infrastruktur, den Umweltschutz und die technische Entwicklung.

– Auf wichtigen Feldern erkennen die Befragten aber auch Defizite.

  • Nur 56 Prozent loben das Bildungssystem, aber 76 Prozent halten ein gutes Bildungssystem für wichtig.
  • Nur 26 Prozent meinen, dass sich Familie und Beruf in Deutschland gut vereinbaren lassen, aber die Hälfte der Befragten wünscht sich eine solche Vereinbarkeit für eine hohe Lebensqualität.
  • Nur 15 Prozent bejahen die Aussage, dass die Kluft zwischen Arm und Reich in Deutschland nicht zu groß ist – aber für 48 Prozent der Befragten ist dies eine Voraussetzung für hohe Lebensqualität.

– Die Befragten sehen Potenzial zur Verbesserung der Lebensqualität.

  • Eine höhere Lebensqualität könnte der „Generation Mitte“ zufolge insbesondere durch weniger Steuern und Abgaben (71 Prozent), geringere Unterschiede zwischen Arm und Reich (68 Prozent), eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf (54 Prozent) und ein besseres Bildungssystem (51 Prozent) erreicht werden.

– Für die „Generation Mitte“ ist wirtschaftliche Stärke nur ein Aspekt zur Messung des nationalen Wohlstands.

  • 84 Prozent der Befragten sprechen sich dafür aus, den Wohlstand eines Landes nicht ausschließlich am Bruttosozialprodukt zu messen.
  • Als wichtigste Indikatoren zur Bestimmung des nationalen Wohlstandes nennen die 30- bis 59-Jährigen den Lebensstandard der Bürger im Alter (71 Prozent), die Qualität des Bildungssystems (71 Prozent), die Höhe der Arbeitslosigkeit (70 Prozent), die Qualität der Gesundheitsversorgung (68 Prozent) und die Höhe der Unterschiede zwischen Arm und Reich (67 Prozent).

– Nicht nur die Lebensqualität in Deutschland insgesamt, sondern auch die individuelle Lebensqualität wird positiv bewertet. Dabei zeigt sich aber ein deutlicher Unterschied zwischen den sozialen Schichten.

  • Drei Viertel (76 Prozent) bezeichnen ihre individuelle Lebensqualität als gut oder sehr gut.
  • Aus der Gruppe der Befragten mit niedrigem sozioökonomischem Status bejaht nur knapp die Hälfte (48 Prozent) eine gute oder sehr gute individuelle Lebensqualität. Bei Personen mit mittlerem oder hohem Status liegt dieser Wert mit 80 bzw. 94 Prozent deutlich höher.

– Der faktische Beitrag von Politik und Wirtschaft bleibt in der Wahrnehmung der „Generation Mitte“ hinter den Erwartungen zurück.

  • 80 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Bundesregierung viel zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen kann, nur 44 Prozent erkennen einen großen Beitrag.
  • Der Wirtschaft trauen 89 Prozent zu, viel zur Verbesserung der Lebensqualität beitragen zu können, nur 55 Prozent bejahen einen solchen Beitrag.

 

Altersvorsorge


– Obwohl die „Generation Mitte“ dem Lebensstandard im Alter einen hohen Wert beimisst, kümmert sie sich nur unzureichend um ihre finanzielle Zukunftsplanung.

  • Fast die Hälfte (48 Prozent) der 30- bis 59-Jährigen macht sich Sorgen, dass ihre Altersvorsorge nicht ausreicht. Unter den Befragten mit niedrigem sozioökonomischem Status sind es zwei Drittel (67 Prozent).
  • Drei von vier Befragten (73 Prozent) geben an, ihre finanzielle Zukunft gar nicht zu planen oder nur eine grobe Vorstellung zu haben.

– Frauen sehen ihre Altersversorgung deutlich kritischer als Männer.

  • 51 Prozent der befragten Frauen, aber nur 44 Prozent der Männer machen sich Sorgen um ihre Altersversorgung.
  • Nur 26 Prozent der Frauen, aber 41 Prozent der Männer mit fester Beziehung gehen davon aus, dass ihre Altersvorsorge auch im Fall einer Trennung ausreichen würde.

 

Erbschaften

 
– Die 30- bis 59-Jährigen sind in der Breite keine „Generation der Erben“.

  • Nur eine Minderheit (41 Prozent) der Befragten rechnet damit, von den hohen Vermögenswerten zu profitieren, die in den nächsten Jahren und Jahrzehnten vererbt werden.
  • Lediglich jeder zwanzigste der zukünftigen Erben rechnet mit einem Nachlass von mehr als 300.000 Euro.