16.07.2015
Drei Jahre Mediationsgesetz

Über 90 Prozent der Rechtsschutzversicherer setzen auf Mediation

Die außergerichtliche Konfliktlösung ist weiterhin auf dem Vormarsch. Gemessen an ihrem Marktanteil übernehmen mittlerweile über 90 Prozent der Rechtsschutzversicherer die Kosten für eine Mediation. Das belegen aktuelle Zahlen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Im Vergleich zum klassischen Gerichtsverfahren führt die Mediation oftmals schneller zur Konfliktlösung, schlichtet einen Streit nachhaltig und im gegenseitigen Einvernehmen.

Die Versicherungsunternehmen setzen seit vielen Jahren auf die Mediation, schon bevor das Mediationsgesetz 2012 in Deutschland in Kraft trat. Die Versicherer tragen dabei zum Teil auch die Kosten einer Mediation bei Streitigkeiten, die üblicherweise nicht mitversichert sind, wie beim Hausbau oder bei Konflikten mit dem Lebenspartner. Was viele nicht wissen: Nach der Mediation steht den Versicherungskunden weiterhin der Rechtsweg offen – und das im Rahmen des Versicherungsvertrages kostenlos.

Vorteil der Mediation

Im Vergleich zu Gerichtsverfahren kann eine Mediation meist rasch abgeschlossen werden. Die Konfliktparteien werden vom Mediator darin unterstützt, ihren Konflikt eigenverantwortlich selbst zu beenden und eine für alle Seiten befriedigende Lösung zu finden. Anders als die streitige Auseinandersetzung kennt die Mediation keine Gewinner und Verlierer. Bleibt eine Mediation ergebnislos, kann der Konflikt immer noch vor Gericht ausgetragen werden.



Für welche Konflikte eignet sich die Mediation?

Erfahrungsgemäß verdient fast jeder Konflikt die Möglichkeit, dass man versucht, ihn im Wege der Mediation einer Lösung zuzuführen. Das sagt der Rechtsanwalt und Mediator Max Jelinek im Interview.

Über das Mediationsgesetz

Der Gesetzgeber hat die Aufgaben und Pflichten des Mediators sowie wesentliche Grundsätze des Verfahrens geregelt, etwa die Vertraulichkeit des Verfahrens. Das Gesetz verpflichtet den Mediator zu einer geeigneten Aus- und regelmäßigen Fortbildung. Außerdem wichtig: Er muss allparteilich sein, das heißt er ist den Konfliktparteien gleichermaßen verpflichtet. Im Mediationsverfahren hat er keine Entscheidungskompetenz und darf auch keine direkten Lösungsvorschläge machen. Denn die Lösungen bei einer Mediation sollen von den Konfliktparteien freiwillig und eigenverantwortlich erarbeitet werden.