02.07.2015
Lebensversicherung in Zahlen 2015

Mit 15 Millionen Verträgen neuer Höchststand bei der betrieblichen Altersversorgung

Die deutschen Lebensversicherer spielen bei der betrieblichen Altersversorgung (bAV) eine immer größere Rolle. Insgesamt wuchs im Jahr 2014 die Anzahl der Verträge auf ein neues Rekordhoch von 15 Millionen (Vorjahr:14,7 Millionen Verträge). Damit hat sich seit Einführung der Entgeltumwandlung im Jahr 2002 die Anzahl der bAV-Verträge fast verdoppelt. Mittlerweile hält die bAV einen Anteil von 16,2 Prozent an allen Verträgen der Lebensversicherer, Pensionskassen und -fonds. Dies geht aus der neuen Broschüre „Die deutsche Lebensversicherung in Zahlen 2015“ des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hervor, die heute in Berlin veröffentlicht worden ist.

Direkt- und Rückdeckungsversicherungen auf Wachstumskurs

Der Bestand an Direktversicherungen erhöhte sich 2014 um 1,5 Prozent auf rund 7,6 Millionen Verträge. Auch bei der Rückdeckung von Versorgungszusagen – beispielsweise von Direktzusagen oder Unterstützungskassen – nahm die Anzahl der Verträge zu. Sie wuchs zum Jahresende 2014 auf 3,2 Millionen Rückdeckungsversicherungen an (Vorjahr: 3,1 Millionen). Das entspricht einem Plus von 3,4 Prozent. Auch die Bestände der Pensionskassen und -fonds sind weiter gewachsen.

Trotz der positiven Entwicklung bei der betrieblichen Altersversorgung ist Deutschland von einer flächendeckenden Verbreitung noch weit entfernt. „Wichtig ist, die Verbreitung der bAV in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) zu verbessern“, erläutert Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung. Hier bestehe noch deutliches Potenzial.

STATEMENT

Dr. Peter Schwark, Mitglied der GDV-Hauptgeschäftsführung:

„Die betriebliche Altersversorgung in Deutschland ist zu komplex. Deshalb setzen sich die deutschen Versicherer für ihre Vereinfachung ein.“

Für kleinere und mittlere Unternehmen ist unter anderem der Aufwand zu hoch, mehrere Durchführungswege zu managen. Deshalb sollte es Arbeitgebern ermöglicht werden, ihre Versorgungszusagen auf nur einen Durchführungsweg zu konzentrieren. „Dazu brauchen wir flexiblere Dotierungsmöglichkeiten und insgesamt mehr Spielraum für die einzelnen Durchführungswege“, sagt Schwark.

Niedrigste Stornoquote seit 1993

Die Stornoquote der Lebensversicherung, gemessen an der Anzahl der Verträge, ist 2014 erneut gesunken. Sie weist mit 3,14 Prozent den niedrigsten Wert seit 1993 auf (Vorjahr: 3,32 Prozent).

Auch bei den Verwaltungskosten setzte sich der Trend der letzten Jahre fort: Die Verwaltungskostenquote, bei der die Kosten ins Verhältnis zu den gebuchten Brutto-Beiträgen gesetzt werden, verringerte sich auf 2,2 Prozent (Vorjahr: 2,3 Prozent). Im Jahr 1985 hatte diese Quote noch bei über 6 Prozent gelegen. Im Durchschnitt beliefen sich die gesamten Verwaltungsaufwendungen der Lebensversicherer im Jahr 2014 somit auf nur 22,58 Euro pro Vertrag (bezogen auf den mittleren Jahresbestand an Hauptversicherungen).

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Die deutsche Lebensversicherung
in Zahlen 2015

Die Publikation gibt einen Überblick zu den Geschäftsergebnissen des Jahres 2014 der Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds.

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