03.06.2015
Versorgungslücken online erkennen

Informationsplattform für mehr Planungssicherheit bei der Altersvorsorge

Viele Beschäftigte wissen nicht, wie viel Geld sie im Ruhestand zur Verfügung haben werden. Die Ansprüche aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und privater Vorsorge können die Beschäftigten nicht auf einen Blick erfassen. Dadurch fehlt im Moment eine Gesamtübersicht, die beim Alterseinkommen Planungssicherheit schafft. Eine Online-Plattform könnte Abhilfe schaffen.

In Schweden und Dänemark sind säulenübergreifende Informationsplattformen bereits Realität. Hier können sich die Bürger online und mit wenigen Klicks ihre Ansprüche in allen drei Altersvorsorgesäulen aufrufen und gleichzeitig überprüfen, ob ihre Alterssicherung ausreicht oder ob sie zusätzlich vorsorgen sollten. In Deutschland gibt es eine solche Plattform noch nicht, mögliche Versorgungslücken bleiben deshalb häufig unentdeckt.

Der Bedarf, die Informationen aus der gesetzlichen Rente, mehreren Vorsorgeverträgen oder auch Betriebsrenten zusammenzufügen, steigt beständig. Die Bürgerinnen und Bürger erhalten jedoch bislang keine Gesamtübersicht über ihre verschiedenen Ansprüche. Jeder Anbieter informiert getrennt für sich.

GDV setzt sich für Informationsplattform ein

Deshalb unterstützt der GDV das Ziel, eine Informationsplattform aufzubauen, die es jeder Bürgerin und jedem Bürger per Mausklick ermöglicht, den Stand ihrer gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorgeansprüche auf einen Blick zu erfahren. Mit einem solchen Modell hat jeder Bürger zu jeder Zeit seine Versorgungssituation und seinen Vorsorgebedarf vor Augen. Die verschiedenen Ansprüche müssen nicht mehr mühsam aus mehreren Unterlagen und Informationen zusammengetragen oder gar gesucht werden.

Was noch zu tun ist

Bevor eine säulenübergreifende Informationsplattform auch in Deutschland eingeführt werden kann, müssen jedoch noch einige Hürden genommen werden:

  • Vergleichbarkeit der Informationen aus allen Säulen herstellen
  • Eindeutige Verknüpfung von Personen- und Vorsorgedaten ermöglichen, z. B. mit Hilfe der Steuer-ID
  • Möglichst viele Institutionen zur Beteiligung und Bereitstellung aktueller Informationen motivieren

Sind diese Hürden genommen, könnten alle Beschäftigten in die Lage versetzt werden, ihr Alterseinkommen zuverlässig zu planen.