26.05.2015
Geförderte Altersvorsorge

Riester erreicht die Richtigen

Die Riester-Förderung erreicht ihr Ziel: Von der staatlichen Förderung profitieren vor allem Sparer mit niedrigen bis durchschnittlichen Einkommen sowie Familien. Das geht aus jüngsten Zahlen der Zentralen Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) hervor. Allerdings schöpft nur gut die Hälfte der Sparer die Riester-Förderung voll aus.

Der Statistik zufolge hatten 2011 fast zwei Drittel (64,8 Prozent) der Riester-Zulagenempfänger ein Jahreseinkommen von weniger als 30.000 Euro. Eine zusätzliche Steuerermäßigung, von der in der Tendenz eher Sparer mit höheren Einkommen profitieren, erhielt demgegenüber nur jeder dritte Zulagenempfänger.

Hälfte der Zulagen für Kinder

Insbesondere bei Familien kommt Riester gut an, wie die ZfA-Statistik belegt. Die Kinderzulagen summierten sich 2011 auf 1,3 Milliarden Euro und damit auf annähernd die Hälfte der ausgezahlten Zulagen insgesamt (2,69 Milliarden Euro). Die Steuerermäßigungen für Riester-Sparer beliefen sich auf rund 830 Millionen Euro. Insgesamt förderte der Staat die Altersvorsorge über Riester mit gut 3,52 Milliarden Euro – das waren knapp 4,5 Prozent mehr als 2010. Die Zahl der Geförderten stieg ebenfalls um 4,5 Prozent auf gut 10,7 Millionen. Allerdings wurde laut ZfA-Statistik 2011 nur an gut die Hälfte der Sparer (56,4 Prozent) die volle Grundzulage von 154 Euro gezahlt.

„Riester erreicht die Richtigen: Der Großteil der staatlichen Förderung geht an Familien und Sparer mit niedrigen Einkommen. Bedenklich ist allerdings, dass viele die Riester-Zulagen nicht voll ausschöpfen – gerade in der Niedrigzinsphase sollten Sparer die maximale staatliche Förderung für den Kapitalaufbau nutzen“, kommentiert Peter Schwark, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft.

Riester-Zulagen können noch zwei Jahre nach Ablauf eines Beitragsjahres beantragt werden – für das Jahr 2011 endete die Antragsfrist am 31. Dezember 2013. Dementsprechend liegen laut ZfA derzeit erst für 2011 nahezu vollständige Daten vor. Die ZfA ist als Bundesbehörde unter anderem zuständig für die Berechnung und Auszahlung der Riester-Zulagen.

Gut zu wissen: Riester-Förderung in Kürze

Wer die volle Riester-Förderung erhalten möchte, muss jährlich mindestens vier Prozent seines rentenversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens einzahlen.

Die maximale jährliche Grundzulage beträgt 154 Euro pro förderberechtigter Person. Zusätzlich wird eine Kinderzulage von 185 Euro gezahlt. Für Kinder, die 2008 oder später geboren wurden, fließen 300 Euro. Die Kinderzulage gibt es solange wie man Kindergeld bezieht – also maximal bis zum 25. Lebensjahr des Kindes.

Zudem können Beiträge zur Riester-Altersvorsorge eine Steuererstattung bringen. Das Finanzamt berechnet im Rahmen der sogenannten Günstigerprüfung, ob über die Zahlung der Zulage hinaus ein Steuererstattungsanspruch besteht. Wenn ja, führt der Differenzbetrag zu einer zusätzlichen Steuerermäßigung für den Riester-Sparer. Der Sonderausgabenabzug ist auf 2.100 Euro begrenzt.