06.05.2015
Einbruch-Report 2015

Hausratversicherer leisteten 490 Millionen Euro für Wohnungseinbrüche

Keine Entwarnung für Hausbesitzer und Mieter: Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist im vergangenen Jahr mit 150.000 versicherten Fällen im Vergleich zum Vorjahr unverändert hoch geblieben. Das geht aus dem Einbruch-Report 2015 hervor, den der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) am Mittwoch in Berlin vorgelegt hat. Die Hausratversicherer haben zusammen 490 Millionen Euro für die Schäden geleistet – 10 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. Damit haben die Schäden in den vergangenen fünf Jahren um 35 Prozent zugenommen.

„Die Zahlen verdeutlichen, dass es in den letzten Jahren nicht gelungen ist, wirkungsvoll gegen Einbrecher vorzugehen“, erklärte Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung beim GDV.

Wie dramatisch die Folgen für die Opfer sind, zeigt der Einbruch-Report ebenfalls. Im Auftrag des GDV hat das Kriminologische Forschungsinstitut Niedersachsen eine Studie zu Wohnungseinbrüchen erstellt. Sie liefert zum einen Erkenntnisse darüber, wann, wo und zu welcher Uhrzeit am häufigsten eingebrochen wird: In der dunklen Jahreszeit zwischen 10.00 und 18.00 Uhr in Erdgeschosswohnungen und Einfamilienhäusern.

Einbruch-Report 2015

Mehr Schutz für den privaten Lebensraum

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Psychische Folgen für die Opfer

Darüber hinaus gibt die Studie Aufschluss über die psychischen Folgen der Opfer. „Wenn wir wissen, dass Einbruchopfer noch Monate, zum Teil Jahre unter der Tat leiden, ist es höchste Zeit, die Menschen effektiver vor Einbrechern zu schützen“, sagte von Fürstenwerth.

GDV fordert staatliche Unterstützung für Einbau von Sicherheitstechnik

Viele Mieter und Hausbesitzer machen es Einbrechern gefährlich einfach: Denn zum Teil ist die Sicherheitstechnik in Deutschland, die an Fenstern und Türen eingebaut ist, veraltet. Da professionelle Täter in der Regel weniger als 15 Sekunden benötigen, um ein Fenster aufzuhebeln, sollte diese Sicherheitstechnik durch modernere ersetzt werden. Erreicht werden kann dies beispielsweise durch entsprechende Änderungen der Bauvorschriften.

„Alle Maßnahmen, die eine Brücke zwischen Beratung und Handeln schlagen, werden von den Versicherern ausdrücklich begrüßt“, sagte von Fürstenwerth. Hierzu gehöre auch der Vorschlag, die Nachrüstung von Wohngebäuden mit Sicherheitstechnik durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau besser zu fördern. Dies wäre aus Sicht der Versicherer ein wichtiger Schritt. Fördermaßnahmen müssten jedoch auch in Zukunft durch die Bereitstellung von finanziellen Mitteln für die notwendige Polizeiarbeit und die polizeilichen Beratungsstellen flankiert werden.



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