13.05.2015
Transportversicherung

„Containerschiffe sind einem Brand weitgehend hilflos ausgeliefert“

Mehr als eine Woche brannte die „Hanjin Green Earth“ Anfang Mai vor dem ägyptischen Port Said. Gelöscht werden konnte die in Brand geratene Ladung nur dank Hilfe von außen. Das Feuer wirft ein Schlaglicht auf den mangelnden Brandschutz von Container-Riesen, der mit der zunehmenden Größe der Schiffe schon lange nicht mehr mithält.



Das erst 2013 in Dienst gestellte Containerschiff hatte Glück im Unglück, meint GDV-Transportexperte Peter Uwe-Schieder: „Weil der Brand beim Durchqueren des stark befahrenen Suez-Kanals ausbrach, konnten Feuerlösch-Boote den Brand schnell von außen bekämpfen – aber selbst das hat Tage gedauert. Wäre das Feuer auf hoher See ausgebrochen, hätte das Schiff leicht komplett ausbrennen können.“

Ein einziger Schaden kann bis zu 700 Millionen Euro kosten

Für die weltweiten Transportversicherer ist die Entwicklung der Containerschifffahrt zu einem hohen Risiko geworden. Je größer die Schiffe, desto mehr Ladung, desto größer ist die Versicherungssumme. Der Wert eines ganzen Schiffs inklusive Ladung kann bis zu 700 Millionen Euro betragen.

Um diesen hohen Wert besser zu schützen, spricht sich Schieder für moderne Brandschutzmaßnahmen aus: „An Bord von Container-Riesen gibt es heute schlicht keine ausreichenden Möglichkeiten, einmal in Brand geratene Ladung wieder zu löschen. Wir müssen die Mannschaft in die Lage versetzen, jede Stelle auf dem Schiff mit Wasserwerfern zu erreichen und das Übergreifen des Feuers auf benachbarte Container zu verhindern“, so Schieder.

Die Sicherheit von Containerschiffen wird eines der zentralen Themen auf der Konferenz des Internationalen Transportversicherungsverbandes (International Union of Marine Insurance – IUMI) sein, die vom 13. bis 16. September 2015 in Berlin stattfindet.

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