24.03.2015
Sicherheitsatlas

Jeder fünfte Deutsche bereits Opfer von Cyberkriminalität

Im „Neuland“ schwingt auch die Angst vor Verbrechen mit: Mehr als ein Drittel der Deutschen befürchtet laut einer Studie Opfer eines Cyberangriffs zu werden. Anders sieht es bei der Angst vor Verbrechen in der realen Welt aus.

Jeder fünfte Deutsche ist laut einer Studie bereits Opfer von Internetkriminalität geworden. In nur zweieinhalb Jahren – zwischen Anfang 2012 und Sommer 2014 – waren insgesamt 14,7 Millionen Menschen direkt von Cyberkriminalität betroffen, wie aus einer am Montag vorgestellten Untersuchung des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht. Über 35 Prozent fürchten sich vor zukünftigen Cyberattacken. Für die Untersuchung wurden 12.000 Bürger repräsentativ befragt.

Gesamtschaden von 3,4 Milliarden Euro

Zwei Drittel aller Cyberangriffe gingen laut der Studie auf Angriffe mit Computerviren zurück, 16 Prozent hatten Waren- oder Dienstleistungsbetrug, 14 Prozent einen Identitätsdiebstahl zum Gegenstand. In vielen Fällen seien die Schäden nicht sehr hoch, erklärten die Forscher. Nur ein Bruchteil der Fälle – einer von 247 – werde daher auch der Polizei gemeldet. Die Gesamtsumme der Schäden war mit 3,4 Milliarden Euro aber durchaus beträchtlich. Die pro Kopf größten Schäden entstanden der DIW-Studie zufolge in Berlin, Hamburg und dem Saarland.

In der realen Welt fühlen sich die Menschen deutlich sicherer. Laut DIW sagen 81 Prozent der Befragten, sie seien eher nicht oder überhaupt nicht besorgt, Opfer eines Verbrechens zu werden. Nicht einmal zehn Prozent haben wirklich Angst, sie könnten Opfer eines Gewaltdelikts werden. Allerdings gibt es zum Teil deutliche regionale Unterschiede. „Es gibt hier ein klares Nord-Süd-Gefälle“, sagt Mathias Bug, Leiter der DIW-Forschungsgruppe. Das gilt auch für die tatsächliche Kriminalitätsgefahr: In Nord- und Ostdeutschland ist es gefährlicher als im Süden.

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Sicherheitsatlas zeigt regionale Unterschiede

Wo die Gefahr von Kriminalität in Deutschland am höchsten ist, und wo die Menschen sich besonders sicher fühlen, zeigen die Forscher des DIW mit einem interaktiven Sicherheitsatlas. Neben der Befragung von 12.000 Menschen fließen dabei auch die Polizeiliche Kriminalstatistik, Expertenbefragungen sowie die Untersuchung von Zeitungen und sozialen Medien ein.

Der Sicherheitsatlas zeigt auch, dass die gefühlte Sicherheit in einzelnen Regionen deutlich von der realen Sicherheit abweicht. So ist die Kriminalitätsfurcht im Umland von Stuttgart besonders groß, obwohl das tatsächliche Risiko sehr gering ist. Dagegen haben die Menschen in Hamburg und Köln relativ wenig Angst, Opfer eines Verbrechens zu werden – obwohl das Risiko in diesen Städten am höchsten ist.

Text: Dennis Schmidt-Bordemann

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