13.03.2015
Pressemitteilung

Gutes Geschäftsjahr 2014 für Versicherungswirtschaft

Stabiles Wachstum über alle Sparten hinweg: Die deutschen Versicherungsunternehmen haben 2014 den widrigen Rahmenbedingungen getrotzt. Die gesamte Branche verzeichnete ein Plus der Beitragseinnahmen von 2,7 Prozent auf 192,3 Milliarden Euro. „Hinter uns liegen ereignisreiche Monate und ein gutes Geschäftsjahr, obwohl das Umfeld schwierig war“, sagte der Präsident des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), Alexander Erdland, am Freitag in Berlin.

In der Lebensversicherung kletterte das Beitragsaufkommen um 3,1 Prozent auf 93,7 Milliarden Euro. Der Anstieg wurde erneut vom Geschäft mit Rentenversicherungen gegen Einmalbeitrag getragen. Die privaten Krankenversicherer verbuchten einen Beitragszuwachs von 0,7 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro. Bei den Unternehmen der Schaden- und Unfallversicherung legten die Beitragseinnahmen um 3,2 Prozent auf 62,5 Milliarden Euro zu.

STATEMENT

Alexander Erdland, Präsident des GDV:

„Ich bin zuversichtlich, dass wir 2015 mit der Branche insgesamt auf einem stabilen, wenn auch sehr moderaten Wachstumspfad bleiben werden. Dass wir nach den Zahlen aus dem vergangenen Jahr gut dastehen, ist vor allen Dingen eins: ein Ansporn, weiter hart zu arbeiten.“

Branche verhalten optimistisch für 2015

Für das laufende Geschäftsjahr gibt sich die Versicherungswirtschaft verhalten optimistisch. „Ich bin zuversichtlich, dass wir 2015 mit der Branche insgesamt auf einem stabilen, wenn auch sehr moderaten Wachstumspfad bleiben werden“, sagte Erdland. Die größte Herausforderung blieben die weiterhin niedrigen Zinsen. „Dass wir nach den Zahlen aus dem vergangenen Jahr gut dastehen, ist vor allen Dingen eins: ein Ansporn, weiter hart zu arbeiten“, erklärte der GDV-Präsident.

Geprägt werden dürfte das Jahr 2015 nach Einschätzung Erdlands neben der Geldpolitik von der Vorbereitung der Unternehmen auf das neue europäische Aufsichtsrecht Solvency II: „Hier sind wir auf der Zielgeraden. Das Jahr der Wahrheit wird dann 2016 sein, wenn die Regelungen in Kraft treten. Dann wird aus der Theorie unternehmerische Praxis.“


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Entwicklung der Sparten

 

1. Lebensversicherer, Pensionskassen und Pensionsfonds

Mit einem Anstieg von 12,9 Prozent auf 29,0 Milliarden Euro fiel das Plus bei den Einmalbeiträgen erneut hoch aus. Das entspricht dem bereits seit einigen Jahren anhaltenden Trend: Die demografischen Veränderungen führen auch zu einem veränderten Anlageverhalten der Kunden.

Erfreulich verlief 2014, anders als im Vorjahr, auch die Entwicklung im Neugeschäft gegen laufende Beiträge, das um 3,8 Prozent auf 5,5 Milliarden Euro anzog. Zusammen mit dem abermaligen Rückgang der Stornoquote auf ein Rekordtief von 3,1 Prozent ergibt das ein insgesamt stabiles Bild der Lebensversicherung.

An ihre Kunden haben die Lebensversicherer 85,4 Milliarden Euro ausgezahlt, 6,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor. Der Gesamtbestand der Verträge bei Lebensversicherungen, Pensionskassen und Pensionsfonds lag zum Jahresende 2014 bei 92,5 Millionen. Unter Einrechnung eines statistischen Sondereffekts ergibt das einen leichten Rückgang um 1,4 Prozent. „Das alles zeigt: Es gibt großes Vertrauen in die Lebens- und private Rentenversicherung“, sagte Erdland.

2. Private Krankenversicherer

Bei den privaten Krankenversicherern stiegen die Beitragseinnahmen um 0,7 Prozent auf 36,2 Milliarden Euro. Davon entfielen 34,2 Milliarden Euro (+ 0,9 Prozent) auf die Krankenversicherung. In der Pflegeversicherung sanken die Einnahmen um 2,5 Prozent.

Die ausgezahlten Versicherungsleistungen lagen insgesamt bei 24,7 Milliarden Euro (+ 1,8 Prozent). In der Krankenversicherung flossen dabei 23,8 Milliarden Euro (+ 1,8 Prozent) an die Kunden, in der Pflegeversicherung 0,9 Milliarden Euro (+ 1,5 Prozent).

3. Schaden- und Unfallversicherer

In der Schaden- und Unfallversicherung verbuchten 2014, mit Ausnahme der Transport- und der Kreditversicherung, alle Sparten teils deutliche Beitragszuwächse. Von den großen Bereichen kletterten die Einnahmen in der Kraftfahrtversicherung auf 24,3 Milliarden Euro (+ 4,6 Prozent) und in der Sachversicherung auf 17,3 Milliarden Euro (+ 3,6 Prozent).

Gleichzeitig gingen den vorläufigen Zahlen zufolge die gesamten Leistungen gegenüber dem Rekordjahr 2013 mit seinen zahlreichen Wetterextremen um 7,6 Prozent auf 45,9 Milliarden Euro zurück. Das entspricht in etwa dem Niveau von 2012. Für die Kraftfahrtversicherung bedeutete das einen Rückgang um 5,1 Prozent, für die Sachversicherung um 16,2 Prozent.

Nach dem außergewöhnlichen Schadenjahr 2013 mit einem versicherungstechnischen Verlust von 2,0 Milliarden Euro erwarten die Schaden- und Unfallversicherer für das Berichtsjahr einen Gewinn von etwa 3,0 Milliarden Euro. Zugleich ist die Schaden-Kosten-Quote wieder spürbar zurückgegangen: Sie lag 2014 bei 95 Prozent nach 103,5 Prozent im Jahr zuvor. Das ist der niedrigste Stand seit 2008.