21.01.2015
Versicherungsschutz

Welche Versicherung zahlt im Skiurlaub?

Nach Zahlen der Auswertungsstelle für Skiunfälle (ASU) verletzen sich in jeder Wintersport-Saison mehr als 40.000 Deutsche. Bei über 7.000 sind die Verletzungen so schwer, dass sie stationär behandelt werden müssen. Auch die Zahlen der Assekuranz sprechen eine klare Sprache: Obwohl der Sport wetterbedingt nur wenige Wochen im Jahr stattfinden kann, passiert jeder fünfte versicherte Sportunfall beim Ski- oder Snowboardfahren.

Besser nicht ohne Unfallversicherung…

Wintersportler sollten daher nicht ohne private Unfallversicherung unterwegs sein. Sie bietet rund um die Uhr weltweiten Schutz und sichert dauerhafte Unfallfolgen finanziell ab. Für Skifahrer eignen sich besonders Policen, die auch für etwaige Rettungs- und Bergungskosten aufkommen. Zusätzlich vereinbarte Assistance- und Reha-Leistungen helfen dem Verletzten dabei, nach einem Unfall den Alltag zu bewältigen und schnell wieder auf die Beine zu kommen. Nach der ASU-Statistik geht fast jede fünfte Verletzung beim Skifahren auf eine Kollision mit anderen Wintersportlern zurück.
 

Haftpflichtversicherung…

Wie im Alltag gilt auch auf der Piste: Wer einem anderen Schaden zufügt, haftet dafür in unbegrenzter Höhe und mit seinem gesamten Vermögen. Ohne den passenden Versicherungsschutz kann schnell ein Schuldenberg entstehen, den der Einzelne sein Leben lang nicht mehr abtragen kann. Obwohl die Haftpflichtversicherung also ein Muss ist, verzichtet in Deutschland nach Zahlen des Statistischen Bundesamtes etwa jeder sechste Haushalt auf diese wichtige Police. Das kann auch für den Geschädigten ein Risiko darstellen: Ist der Unfallverursacher nicht versichert und verfügt über keine sonstigen finanziellen Mittel, kann der Geschädigte seine Ansprüche nicht durchsetzen und bleibt auf seinem Schaden sitzen. Vor diesem Risiko schützt eine Forderungsausfall-Deckung, die einige Versicherer als Bestandteil einer Privat-Haftpflichtversicherung anbieten. Sie übernimmt den Schaden im Fall eines zahlungsunfähigen Verursachers.

Gut zu wissen

Forderungsausfall?

Was passiert, wenn der Versicherungsnehmer durch einen Fahrradfahrer verletzt wird und dabei das Handy zerstört wird? Im Idealfall zahlt die private Haftpflichtversicherung des Fahrradfahrers. Wenn der Biker aber keine Versicherung hat und darüber hinaus zahlungsunfähhig ist, geht das Unfallopfer leer aus. Für solche Fälle bieten einige Versicherer einen Forderungsausfall-Schutz an. Der greift, wenn berechtigte Forderungen des Versicherungsnehmers nicht durch den Schadenverursacher erfüllt werden (können). In solchen Fällen entschädigt der Privat-Haftpflichtversicherer (anstelle des Verursachers) den Versicherungsnehmer.

Auslandsreise-Krankenversicherung

Winterurlauber, die in Österreich, der Schweiz oder Frankreich carven, sollten unbedingt eine Auslandsreise-Krankenversicherung im Gepäck haben. Sie kommt für Behandlungskosten auf und – ganz entscheidend – auch für Rettungs- und Bergungskosten mit dem Helikopter. Die Auslandsreise-Krankenversicherung übernimmt darüber hinaus auch einen medizinisch notwendigen Rücktransport nach Deutschland. Skifahrer sollten hier nicht allein auf die gesetzliche Krankenkasse setzen.
 

Unser Tipp: das Wintersport-Paket

Unfall- und Haftpflichtversicherung können auch Teile einer Wintersportversicherung sein. Diese Versicherungspakete umfassen je nach Anbieter zusätzlich noch eine Auslands-Krankenversicherung, eine Rechtsschutz-Versicherung oder eine Wintersportgeräteversicherung. Letztere leistet, wenn Skier oder das Snowboard brechen, gestohlen oder beschädigt werden.