07.01.2015
Kolumne

„It’s now or never“

Der King of Rock ’n’ Roll wäre morgen 80 Jahre alt geworden. Als ich die erste Meldung zu diesem Jubiläum las, habe ich mir spontan zwei Fragen gestellt: Wann ist Elvis Presley noch einmal gestorben? Und: Wie alt wurde er? Die Antworten sind schnell gegoogelt: 1977 und 42 Jahre. Der Ehrentag stimmt mich nachdenklich. Vielleicht liegt es daran, dass man sich mit zunehmenden Lebensjahren intensiver mit dem Alter auseinandersetzt. Als Kind der Wirtschaftswunderjahre weiß ich, wovon ich spreche.

Dabei sind die Statistiken für uns alle verheißungsvoll: die Lebenserwartung steigt. Zukünftig werden immer mehr Menschen 100 Jahre alt. Das Jubiläum mit der Doppel-Null wird zum Normal- statt zum Ausnahmefall. Älterwerden bedeutet längst nicht mehr Vergesslichkeit, Schmerzen oder Einsamkeit. Umso erstaunlicher ist, dass viele Menschen den Gedanken an das Alter beharrlich verdrängen.

„Die Gegenwart ist unsere Realität und damit konkret, während die Zukunft nur abstrakt in unserer Vorstellung existiert“, erklärt der Arzt und Blogger Holger Grethe das Phänomen des Verdrängens. Unsere Bedürfnisse und Vorstellungen in 20 oder 30 Jahren sind uns heute noch fremd. Also lassen viele von uns den Gedanken ans Alter fallen. Ein folgenreicher Fehler!

Ich freue mich umso mehr darüber, dass die SPD-Fraktion im Bundestag sich in ihrer Klausur zum neuen Jahr dem Thema zuwendet und sich dabei besonders der Generation Mitte widmet. Mit deren Wünschen, Sorgen und Zukunftsideen beschäftigt sich die Versicherungsbranche ja schon seit Längerem. Zur Generation Mitte gehören die 30- bis 59-Jährigen, die Leistungsträger unserer Gesellschaft. Die rund 35 Millionen Männer und Frauen stehen voll im Berufsleben und finanzieren die sozialen Sicherungssysteme. Seit zwei Jahren fühlt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft zusammen mit dem Institut für Demoskopie in Allensbach dieser wichtigen Gruppierung den Puls.

GDV-NEWSLETTER

Bleiben Sie auf dem Laufenden

Der GDV-Newsletter bietet einen aktuellen Überlick über die wichtigsten Themen der Versicherungswirtschaft – immer mittwochs in Ihrem E-Mail-Postfach.
Hier abonnieren


Unsere Umfrage-Ergebnisse bestätigen, dass insbesondere Frauen ihre finanzielle Zukunft ernster nehmen sollten. Noch immer vertrauen sie darauf, dass es im Alter schon irgendwie gut gehen wird, sagt Allensbach-Chefin Renate Köcher. Erstaunlich, obwohl in Deutschland viele Frauen vor allem in den Erziehungszeiten finanziell zurückstecken. „Die Frauen laufen hier in beträchtliche Risiken“, sagt Köcher und mahnt zum Handeln.

Natürlich ist das trotzdem einfacher gesagt als getan, denn dank Allensbach wissen wir ja auch, wie sehr gerade die Generation Mitte im „Hier und Jetzt“ lebt. Das muss nicht so bleiben. Sie haben heute die Chance sehr, sehr alt zu werden. Warum also nicht heute noch an Morgen denken? It’s now or never!*

Ihr
Jörg von Fürstenwerth
 
Jörg von Fürstenwerth

*„It’s now or never“ ist der Titel von Elvis‘ weltweit erfolgreichster Single aus dem Jahr 1960.

Mehr zum Thema:
>> zur Person: Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth
>> alle Kolumnen von Jörg von Fürstenwerth auf GDV.DE

Schlagworte