08.12.2014
Infografik Verkehrsinfrastruktur

Deutschlands Straßen bröckeln

Ich geb‘ Gas, ich will Spaß: Darauf konnten sich deutsche Autofahrer in den 80er-Jahren nicht nur musikalisch verlassen, sondern auch wegen der intakten Verkehrswege. Heute geht es auf Deutschlands Straßen deutlich spaßbefreiter zu: Entweder stehen die Autofahrer regelmäßig im Stau oder ärgern sich über alte Straßen und Brücken. Die deutsche Verkehrsinfrastruktur ist schlecht in Schuss, die Anzeichen für den Verfall sind nicht mehr zu übersehen.

Die Infrastruktur wird derzeit auf eine harte Belastungsprobe gestellt. Sowohl das Personen- als auch das Güterverkehrsaufkommen ist in den vergangenen Jahren stetig gewachsen. Allerdings ist die Infrastruktur nicht mitgewachsen. Hinzu kommt, dass viele Verkehrswege ihren baulichen Zenit längst überschritten haben und marode werden. Die Zeichen des Aderlasses werden immer messbarer.

Bundesstraßen in schlechterem Zustand als Autobahnen

Nach Statistiken des Bundesverkehrsministeriums sind rund 17 Prozent der Autobahnen in einem schlechten bis sehr schlechten Zustand. Auf den Bundesstraßen bröckelt es noch stärker: Über ein Drittel aller Bundesstraßen sind in einem schlechten oder sehr schlechten Zustand. 4 Prozent aller Brücken an Fernstraßen stuft das Verkehrsministerium noch als sehr gut ein. Alle anderen sind bereits in einem schlechtem Zustand oder aber auf dem Weg dahin. Diese Situation bereitet auch Unternehmen Sorgen. Nach einer Umfrage des Instituts der deutsche Wirtschaft Köln (IW) sehen mittlerweile 64 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftstätigkeit durch Mängel im Straßenverkehrsnetz beeinträchtigt.

Angesichts des prognostizierten Verkehrsaufkommens in der Zukunft wird sich das Problem der maroden Infrastruktur noch weiter verschärfen, wenn nicht gegengesteuert wird. Bis 2030 geht die Bundesregierung von einem Zuwachs des Personenverkehrs um 13 Prozent gegenüber dem Jahr 2010 aus. Der Güterverkehr soll sogar um 38 Prozent anwachsen. Investitionen in die Infrastruktur werden damit notwendiger. Das hat auch die Bundesregierung erkannt. Wie die Süddeutsche Zeitung (SZ) heute berichtet, sollen im Rahmen des 315-Milliarden-Euro-Investitionspakets der EU-Kommission 670 Kilometer Autobahn „im Rahmen einer neuen Generation Öffentlich-Privater-Partnerschaften“ ausgebaut werden. Insgesamt sollen laut SZ 10 Milliarden Euro in die Erweiterung von Autobahnen fließen.

Für den Ausbau der Verkehrsinfrastruktur sind Versicherer bereit, als Investitionspartner zur Verfügung zu stehen. Voraussetzung dafür sind konkrete Rahmenbedingungen, die der GDV in einem Positionspapier gebündelt hat.


 

GDV

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Mehr zum Thema:
>> Hochtief-Vorstand im Interview: “Öffentlich-private Partnerschaften ähnlich sicher wie Staatsanleihen”
>> Positionspapier für Investitionen in Verkehrsinfrastruktur