10.12.2014
Kolumne

Aufbruchstimmung

Seien wir ehrlich, von den sich immer wieder im Kreis drehenden Diskussionen auf den UN-Klimakonferenzen haben wir ja weniger erwartet, desto länger sie dauerten. Was war das noch für eine Aufbruchstimmung damals in Kopenhagen. Dabei ist das noch gar nicht so lange her. Vor der Konferenz von Lima war nicht nur ich skeptisch, ob überhaupt noch ein Fortschritt möglich wäre.

Nun wächst die Hoffnung, dass von Peru aus ein Signal für mehr Klimaschutz an die Weltgemeinde ausgehen kann, die Chancen jedenfalls stehen nicht schlecht. Die deutsche Versicherungswirtschaft kann mit Fug und Recht für sich in Anspruch nehmen, zu den Mitstreitern des Klimadialogs zu gehören. Seit Generationen haben wir Erfahrung im Begleichen von Schäden durch Naturgefahren. Wir wissen, welche Verheerungen Überschwemmungen oder Stürme anrichten können. Und wir gehören zu den Ersten, die vor wachsenden Naturgefahren auch in Deutschland gewarnt haben.

Fakt ist: Versicherungen verhindern keine Katastrophen. Aber sie können viel dazu beitragen, die Menschen vor den Folgen von Wetterextremen zu bewahren – und helfen nicht nur danach. Deswegen treten wir ja gegen die Pflichtversicherung ein und fordern, Vorsorge zu betreiben, Schutzmauern und Deiche zu bauen, Überschwemmungsflächen auszuweisen und nicht zuletzt sich zu versichern. Versicherer haben bei ihren Kunden die zerstörerische Kraft von Hochwassern erlebt. Daher sind wir der festen Überzeugung, dass zuallererst das Eintreten solch schlimmer Folgen verhindert werden muss.

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Es gibt ja Verlagshäuser, die machen aus „Online kommt zuerst“ regelrechte Heldengeschichten. Wir beim GDV sind da etwas zurückhaltender, in der Sache aber ebenso weit und ebenso entschlossen: Unser Magazin Positionen erscheint nächste Woche zuerst als Online-Angebot, Schwerpunkt in der aktuellen Ausgabe ist das Thema Infrastruktur. Hier gibt es zwar immer wieder unterschiedliche Signale von Regulierern und aus der Politik, Fakt ist, dass das Thema in den kommenden Monaten auf der politischen Agenda bleiben wird.

Wir beobachten das nicht nur, sondern treiben den Diskurs voran. Der GDV hat vor wenigen Tagen die Bedingungen für Investitionen in Verkehrsinfrastruktur konkretisiert. In einem ausführlichen Positionspapier nennen wir konkrete Hürden für unser Engagement und Lösungsvorschläge. So kommt es gerade bei Verkehrsinfrastruktur auf die professionelle Ausschreibung, Vergabe und Steuerung der Projekte an. Wir regen an, ob Länder und Kommunen nicht auch auf das professionelle Projektmanagement des Bundes zurückgreifen können.

Für Rekorde sind bei uns die Kreditversicherer fast eine sichere Bank – und damit Garant für Wachstum, Beschäftigung und die aktuelle Stärke der deutschen Exportwirtschaft: Deutsche Ausfuhren erreichten im Oktober nach Angaben des Statistischen Bundesamts einen neuen Rekord. Etwa 15 Prozent aller Ausfuhren in Höhe von knapp 1,1 Billionen Euro decken die privaten Kreditversicherer. Insgesamt trugen sie für ihre Kunden in den ersten drei Quartalen 2014 Ausfallrisiken in bisher unerreichter Höhe: So versicherten sie 387 Milliarden Euro, das waren 5,4 Prozent mehr als im Vorjahresvergleich. „Die Kreditversicherer sichern ihren Kunden Liquidität und ermöglichen Wachstum – auch und gerade in einem schwierigen ökonomischen und geopolitischen Umfeld“, hat Ralf Meurer, Vorsitzender der Kommission Kreditversicherung im GDV beim Pressegespräch in Köln gesagt. Dem kann und will ich nur zustimmen und hinzufügen, dass ich es in europäischer Perspektive gut finde, dass die Kreditversicherer Exporte nach Griechenland wieder privat versichern.

Ihr
Jörg von Fürstenwerth
 
Jörg von Fürstenwerth
 

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>> zur Person: Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth
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