21.11.2014
Sicherer Bau und Betrieb von Offshore-Windparks

Versicherer unterstützen Energiewende

Vor der Insel Helgoland ging vor wenigen Tagen der Offshore-Windpark „Meerwind Süd/Ost“ im Probebetrieb ans Netz. Insgesamt können damit in Deutschland rund 1.000 Megawatt Energie mit Windrädern auf hoher See erzeugt werden. Bis zum Jahr 2030 sollen es nach Plänen der Bundesregierung 15.000 Megawatt sein. Das würde sauberen Strom für bis zu 15 Millionen Privathaushalte bedeuten, das entspricht der Summe der Privathaushalte von Baden-Württemberg, Berlin und Nordrhein-Westfalen. Die Versicherungswirtschaft unterstützt die Energiewende mit ihrer Expertise und hat jetzt Empfehlungen zum sicheren Bau und Betrieb, den Offshore Code of Practice (OCoP), veröffentlicht.

Der Bau von Windparks in Nord- und Ostsee stellt Errichter, Betreiber und Versicherer vor technische Herausforderungen, weil es mit dieser jungen Technik nur wenig Erfahrung gibt. Mit dem OCoP können Gefahren frühzeitig erkannt und eingeschätzt werden: Risiken, wie beispielsweise Munitions-Altlasten auf dem Meeresboden, deren Bergung den Bau verzögert und die Kosten steigen lässt. Oder wenn beim Transport der Bauteile, die mindestens 20 Jahre dem Meerwasser standhalten müssen, der Korrosionsschutz beschädigt wird – dabei können hohe Reparaturkosten entstehen.

Risiken identifizieren, Schutzmaßnahmen ableiten

Für jeden Arbeitsschritt des Baus und Probebetriebs werden Gefahren beschrieben und anhand von vier Kategorien – geringes, mittleres, hohes und sehr hohes Risiko – beurteilt. Daraus lassen sich signifikante Risiken und Schutzmaßnahmen ableiten. Mit den Kategorien – sehr gut, ausreichend, mangelhaft – wird die potenzielle Wirkung der Schutzmaßnahmen beurteilt. Die Leitlinie ist eine unverbindliche Empfehlung. Sie kann den besonderen Bedingungen eines Projektes angepasst werden. Ziel ist es, sie parallel zu den gesetzlichen Vorgaben bei der Errichtung von Offshore-Windanlagen zu nutzen.

Für den OCoP analysierten die Versicherer gemeinsam mit 90 Experten aus verschiedenen Bereichen der Offshore Windindustrie über 500 Risiken und benennen konkrete Schutzmaßnahmen. Der OCoP schafft Risikotransparenz und ist eine Anleitung zum Risikomanagement beim Bau und beim Probebetrieb von Offshore-Windkraftanlagen.

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Offshore Code of Practice
 
Internationale Leitlinie zum Risikomanagementprozess
von Offshore-Windparks

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