06.11.2014
25 Jahre nach dem Mauerfall

Ost- und Westdeutsche sehen sichere Rente als größte Herausforderung

25 Jahre nach dem Mauerfall sind Lebenszufriedenheit und Optimismus bei den 30- bis 59-Jährigen in Ost und West nahezu gleich ausgeprägt. Weniger Einigkeit besteht hinsichtlich der künftigen gesellschaftlichen Entwicklung, zudem machen Ostdeutsche sich mehr Sorgen um ihre berufliche und finanzielle Zukunft als Westdeutsche. Das sind die Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach im Auftrag des GDV.

Der Umfrage zufolge sind die 30- bis 59-Jährigen mit ihrem Leben derzeit überwiegend zufrieden und blicken optimistisch in die Zukunft. In der Bewertung der privaten, beruflichen und finanziellen Situation lassen sich zwischen Ost und West kaum Unterschiede feststellen; auf einer Skala von 1 bis 10 weisen die Befragten ihrer beruflichen und ihrer gesamten Lebenssituation im Durchschnitt einen hohen Wert von 7 zu.

Hinsichtlich der gesellschaftlichen Herausforderungen der kommenden zehn Jahre stimmen Ost- und Westdeutsche vor allem bei den beiden Top-Themen überein: An der Spitze der zu lösenden Aufgaben sehen vier von fünf Befragten die Sicherung der Renten, dicht gefolgt von einer sicheren und bezahlbaren Energieversorgung. Bei anderen Themen gehen die Meinungen auseinander – deutlich mehr Westdeutsche fordern, die Staatsverschuldung einzudämmen, die Schuldenkrise zu bewältigen und die Eigenverantwortung bei der Altersvorsorge zu fördern. Ostdeutsche wollen hingegen eher das Bildungssystem verbessern, die Kinderbetreuung ausbauen und mehr für die innere Sicherheit tun.

Berufliche und finanzielle Sorgen in Ostdeutschland stärker ausgeprägt

Befragt nach ihren Sorgen stehen bundesweit Ängste um die eigene Gesundheit und das körperliche Wohlergehen der Familie an erster Stelle. Analog zu dem in Ostdeutschland stärker ausgeprägten Ruf nach innerer Sicherheit haben mehr ost- als westdeutsche Befragte Angst davor, Opfer eines Verbrechens zu werden. Insbesondere fällt aber auf, dass sich die Ostdeutschen deutlich größere Sorgen um ihre finanzielle und berufliche Zukunft machen. Dementsprechend stärker ausgeprägt ist die Furcht vor wachsendem Stress, Arbeitslosigkeit und Altersarmut.

Eigenheim ist vor allem für Westdeutsche wichtiger Baustein der Altersvorsorge

Für die westdeutschen Befragten steht das Eigenheim bei der Altersvorsorge ganz vorn, 66 Prozent bezeichnen es als besonders wichtigen Baustein zur Absicherung des eigenen Lebensstandards im Alter. Anders im Osten: Hier empfinden nur 44 Prozent Wohneigentum als besonders wichtig. Stattdessen wird die eigene Erwerbstätigkeit stärker betont – mehr Ost- als Westdeutsche halten es für wichtig, dass beide Partner berufstätig sind und man auch im Ruhestand nicht ganz aufhört zu arbeiten, sondern sich weiterhin etwas dazuverdient. Jeweils eine deutliche Mehrheit der Ost- und Westdeutschen nennt darüber hinaus den frühzeitigen Aufbau einer privaten Altersvorsorge als wichtigen Baustein zur Absicherung des Lebensstandards im Alter.

Über die Umfrage

Für die repräsentative Untersuchung „Generation Mitte“ hat das Institut für Demoskopie Allensbach im Auftrag des GDV vom 1. bis 20. August 2014 insgesamt 1.245 Männer und Frauen im Alter zwischen 30 und 59 Jahren befragt.

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