04.11.2014
Infografik

Generation Mitte – Die Studienergebnisse im Überblick

Wie tickt die Generation Mitte? Das wollte das Institut für Demoskopie Allensbach (IfD) in einer repräsentativen Umfrage 1.245 Personen im Alter von 30 bis 59 Jahren nach ihrer aktuellen Lebenssituation sowie nach ihren Einstellungen, Erwartungen und Ängsten zu digitalem Wandel und demografischen Veränderungen befragt. Die zentralen Erkenntnisse der diesjährigen Studie über die Generation Mitte fasst diese Übersicht zusammen.


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Aktuelle Lebenssituation
Die Generation Mitte ist mit ihrem Leben und ihrer wirtschaftlichen Situation weit überwiegend zufrieden.
– Auf einer Skala von 1 bis 10 bewerten die Befragten ihre Lebenszufriedenheit im Durchschnitt mit einem hohen Wert von 7,0.
– 37 Prozent der Befragten erklären, dass ihre wirtschaftliche Lage heute besser ist als vor fünf Jahren, für 24 Prozent hat sich die Situation verschlechtert.
Gleichzeitig ist die Generation Mitte vom Gefühl geprägt, dass sich die Gesellschaft außerordentlich rasch verändert.
Als Treiber des gesellschaftlichen Wandels werden insbesondere wahrgenommen:

– Der digitale Wandel (70 Prozent), also eine rasch fortschreitende Vernetzung, eine wachsende Informationsflut und ein höheres Tempo in allen gesellschaftlichen Bereichen.
– Die demografische Entwicklung (68 Prozent), die die Grundvoraussetzungen für die sozialen Sicherungssysteme und die eigenverantwortliche Vorsorge verändert.

Megatrend Demografie
Der Generation Mitte ist bewusst, dass der demografische Wandel tiefgreifende gesellschaftliche Veränderungen nach sich ziehen wird.
Die überwiegende Mehrheit der Befragten erwartet insbesondere Konsequenzen für die sozialen Sicherungssysteme.

– Vier von fünf Befragten erwarten steigende Rentenbeiträge (82 Prozent) und ein höheres Renteneintrittsalter (83 Prozent).
– 46 Prozent sehen die Gefahr, dass die sozialen Sicherungssysteme zusammenbrechen könnten.

Die erwarteten tiefgreifenden Auswirkungen auf das Land werden kaum auf das eigene Leben übertragen.
– 90 Prozent der Befragten erwarten starke oder sehr starke Auswirkungen auf das Land, nur 36 Prozent erwarten eben so starke Auswirkungen auf das eigene Leben.
Die Versorgung der Eltern im Alter ist für die Generation Mitte bereits ein konkretes Thema.
– Jeder Dritte der Generation Mitte (35 Prozent) ist sehr mit der Frage beschäftigt, wie es mit den eigenen Eltern weitergeht.
– Unter den 50- bis 59-Jährigen sorgt sich bereits jeder Zweite (51 Prozent) sehr.
Der Wunsch nach möglichst langer Autonomie im Alter ist in der Generation Mitte fest verankert und führt perspektivisch zum Ausbau der Dienstleistungskultur- und Infrastruktur.
– Möglichst lange selbstbestimmt in der eigenen Wohnung leben zu können ist zentrales Ziel der Generation Mitte für sich selbst und für die Elterngeneration.
– Zur Aufrechterhaltung der Autonomie halten die Befragten insbesondere Hilfen bei der Hausarbeit (53 Prozent) und beim Einkaufen (40 Prozent) sowie Fahrservices (33 Prozent) für hilfreich.
– Bei den haushaltsnahen Dienstleistungen lässt sich bereits heute ein deutliches Wachstum feststellen, das sich vor allem aufgrund der steigenden Frauenerwerbsquote und aus der Alterung der Gesellschaft ergibt.
Megatrend Digitalisierung
Der digitale Wandel ist im Alltag der Generation Mitte fest verankert.
– Nur jeder Fünfte (20 Prozent) könnte sich vorstellen, ohne Weiteres ohne Internet auszukommen.
– Zwei Drittel der Befragten (67 Prozent) informieren sich heute anders über Produkte und Unternehmen als früher, bei jedem Zweiten (54 Prozent) hat sich die Kontaktpflege zu Freunden und Familie geändert.
Der digitale Wandel löst massives Unbehagen aus.
Die Generation Mitte erwartet mit großer Mehrheit eine Zukunft, in der der Alltag noch viel stärker von Technik dominiert wird (82 Prozent) und sich die Menschen noch mehr über E-Mails und andere elektronische Kommunikation austauschen (69 Prozent). Dies steht im geradezu krassen Widerspruch zu ihren Wunschvorstellungen:
 
– Nur vier Prozent wünschen sich mehr Technik im Alltag.
– Nur fünf Prozent wünschen sich mehr digitale Kommunikation.
– 90 Prozent assoziieren mit dem Internet den Missbrauch persönlicher Daten.
– 77 Prozent haben die Sorge, dass mit dem Internet das eigene Leben immer stärker überwacht wird.
Den Ängsten und dem Unbehagen folgen aber keine Konsequenzen – im Gegenteil: Die Generation Mitte treibt den digitalen Wandel voran.
Insbesondere nutzt die Generation Mitte mittlerweile für ein breites Spektrum von Produkten und Dienstleistungen die Möglichkeit des Online-Shoppings und treibt damit den digitalen Wandel voran.
 
– Vor allem Reisen und Übernachtungen (67 Prozent) sowie Bahn- und Flugtickets (58 Prozent) hat die Generation Mitte schon online gekauft.
– Auf anderen Feldern ist die Digitalisierung noch nicht so weit fortgeschritten – z. B. im Bereich Versicherungen (25 Prozent), Geldanlage (16 Prozent) oder Altersvorsorge (12 Prozent).
– Jeder Zweite (49 Prozent) ist Mitglied in einem oder mehreren sozialen Netzwerken, bei den 30- bis 39-Jährigen sogar 68 Prozent.
– 61 Prozent der Befragten haben ihre persönlichen Daten an ein oder mehrere Bo-nusprogramme oder Kundenkarten gegeben.
Mit den nachrückenden Generationen wird die weitere Digitalisierung des Alltags rapide an Fahrt gewinnen.
– Internet-Nutzung: Die Gruppe der 30- bis 39-Jährigen nutzt das Internet wesentlich häufiger als die 50- bis 59-Jährigen.
– Online-Shopping: 18 Prozent der 30- bis 39-Jährigen kaufen mittlerweile am liebsten online ein. Bei den 50- bis 59-Jährigen sind es nur sieben Prozent. Nur jeder Vierte (24 Prozent) der jüngeren Gruppe kauft nicht gern online ein, bei der älteren Gruppe ist es jeder Zweite (54 Prozent).
– Informationsverhalten: Jeder Zweite (53 Prozent) der 30- bis 39-Jährigen informiert sich häufig oder gelegentlich unterwegs per Handy, bei den 50- bis 59-Jährigen ist es nur jeder Vierte (25 Prozent).
Der digitale Wandel beschleunigt die Spreizung der Gesellschaft.
Umgang und Kenntnisse in Bezug auf das Internet sind stark vom sozioökonomischen Status abhängig.
 
– Für 58 Prozent der höheren sozialen Schicht hat sich der Arbeitsalltag durch die Digitalisierung gravierend verändert, in der niedrigen sozialen Schicht nur für 38 Prozent.
– 79 Prozent der höheren sozialen Schicht informieren sich über Produkte und Unternehmen anders als früher, erst 50 Prozent in der niedrigeren Schicht.
– 62 Prozent der höheren Schicht bleiben durch den digitalen Wandel anders mit Familie und Freunden in Kontakt, nur 43 Prozent der niedrigeren sozialen Schicht.
– 63 Prozent der höheren sozialen Schicht erledigen Bankgeschäfte anders als früher, dagegen nur 27 Prozent der unteren sozialen Schicht.
– Zwei Drittel (66 Prozent) der höheren sozialen Schicht buchen Reisen etc. anders als früher, aber nur 21 Prozent der unteren sozialen Schicht.
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