12.11.2014
Kolumne

„Entspannt. Gespannt.“

Wenn es für mich eine Nachricht der Woche gibt, dann sicher die Pressemitteilung der BaFin, die uns heute Morgen erreichte. „Deutsche Lebensversicherer für Solvency II gerüstet“ lautet die Schlagzeile. Das klingt nach ziemlich guter Nachricht. Schaut man sich den Text der BaFin dann genauer an, könnten unkundigen Betrachtern indes Zweifel kommen. Da ist unter anderem von einer „Eigenmittellücke“ von 15 Milliarden Euro bei den Lebensversicherern die Rede, die ohne die Übergangsmaßnahmen von Solvency II bestehen würden.

Wir können das relativ gelassen hinnehmen. Zum einen ist es ja gerade der Kern von Solvency II, dass es ein Übergangsregime gibt, insofern werden da Äpfel und Birnen verglichen. Und das Übergangsregime lässt der Branche 16 Jahre Zeit. Vor diesem Hintergrund sind auch 15 Milliarden Euro eine überschaubare Größe. Das heißt aber nun nicht, dass wir uns entspannt zurücklehnen könnten. Angesichts der extremen Niedrigzinsen ist die BaFin-Vollerhebung eine Art Frühwarnsystem und kommt damit genau richtig. Sie macht uns darauf aufmerksam, wie viele Hausaufgaben noch übrig bleiben.

Apropos Niedrigzins: Das beschauliche Altenburg in Thüringen sorgt für einen Tabubruch. Die dort ansässige Skatbank führt das Sparprinzip ad absurdum – zumindest für ihre Großkunden. Wer dort mehr als eine halbe Million Euro auf dem Tagesgeld-Konto parken will, zahlt ab sofort eine Gebühr von 0,25 Prozent. Die Skatbank steht mit ihrer Forderung bislang allein am Markt, nicht ganz unwichtige Banker haben aber auch schon in diese Richtung gedacht. Für uns Versicherer ist klar: Strafzinsen sind ein fatales Signal für alle Sparer. Sie schaden dem privaten Vorsorgegedanken und erschüttern das Vertrauen in die gesamte Finanzbranche. Das werden wir auch auf unserer Jahrestagung, zu der wir die Bundeskanzlerin erwarten, klar ansprechen.

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Und noch etwas: Ich habe diese Woche erstmals die Morgenrunde im neuen Newsroom unserer Kommunikationsabteilung besucht. Der Raum ist transparent, offen und sympathisch, so wünschen wir uns alle Versicherungskommunikation. Wir hatten anregende Gespräche und viele spannende Diskussionen. Diesen Weg werden wir gemeinsam weiter beschreiten.

Ein Verband ist immer Gradmesser seiner Branche. Das möchte ich mit dieser Kolumne ab sofort auch ganz persönlich spiegeln: Regelmäßig Argumente für die gesellschaftspolitische Debatte liefern und Einblicke in die Themenwelt der deutschen Versicherungsbranche anbieten. Dieser Newsletter soll Ihnen den Überblick erleichtern.

Eine interessante Lektüre wünscht Ihnen

Ihr
Jörg von Fürstenwerth
 
Jörg von Fürstenwerth
 

Mehr zum Thema:
>> zur Person: Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth

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