31.10.2014
Konsultation Europa 2020-Strategie

GDV skizziert Herausforderungen der nächsten Jahre

Im März 2014 hat die EU-Kommission eine Mitteilung veröffentlicht, in der sie eine vorläufige Bilanz der Wachstums- und Beschäftigungsstrategie Europa 2020 zieht. Mit Blick auf die Überarbeitung der bereits 2010 angenommenen Strategie lud die EU-Kommission interessierte Stakeholder ein, Stellung zu dieser zu nehmen.

Der GDV hat sich hieran beteiligt und dabei die großen Herausforderungen bis 2020 skizziert: die Folgen der Wirtschafts- und Finanzmarktkrise, der demografische Wandel, die Klimaveränderung, die bestehende Investitionslücke sowie die niedrigen Zinsen. Der Verband hat folgende Kernpunkte genannt:

  • Wirtschafts- und Währungsunion: Budgetkonsolidierungen und Strukturreformen fortsetzen. Nur durch entsprechende Anstrengungen in diesen Feldern kann das Vertrauen der Märkte langfristig zurückgewonnen werden.
  • Investitionspotenzial institutioneller Investoren konsequent nutzen. Dafür braucht es geeignete Rahmenbedingungen. Die deutschen Versicherer sind an dauerhaften Engagements, etwa im Bereich Erneuerbarer Energien und Infrastruktur, interessiert.
  • Schrittweisen Ausstieg aus dem Niedrigzinsumfeld angehen. Die künstliche Niedrigzinsphase zur Behebung der Euro-Krise erweist sich als sparfeindlich sowie im Ergebnis als generationenungerecht.
  • Die Auswirkungen der demografischen Alterung nicht unterschätzen. Die private Altersvorsorge muss gestärkt werden, um individuelle Lösungen zuzulassen.
  • Cyber- und IT-Infrastruktur: Versicherer in Diskussion einbeziehen. Die Versicherer sind hier als Schadenregulierer und nicht zuletzt selbst als potenzielles Ziel von Cyber-Vorfällen betroffen.
  • Mehr Engagement bei Klimaanpassung und -forschung notwendig. In Europa nehmen die Schadenereignisse zu. Die EU muss deshalb unter anderem mehr in die Untersuchung extremer Wetterereignisse investieren.

Ziel der Europa 2020-Strategie ist intelligentes, nachhaltiges und integratives Wachstum, d.h. die Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit der EU unter Wahrung ihres Modells der sozialen Marktwirtschaft. Um dies zu erreichen wurden fünf Kernziele in folgenden Bereichen formuliert: Beschäftigung, Forschung und Entwicklung, Klima/Energie, Bildung, soziale Eingliederung und Armutsbekämpfung. Sieben Leitinitiativen sollen die Koordinierung der nationalen und europäischen Wirtschaft verbessern.

Mehr zum Thema:
>> Positionspapier: Versicherer offen für Dialog über Infrastrukturfinanzierung
>> Naturgefahrenreport: 2013 höchstes Schadenaufkommen für Wohngebäudeversicherer seit sechs Jahren

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