10.10.2014
Hagelsturm-Bilanz 2013

Es trifft Häuser ganzer Straßenzüge

Die Hagelstürme des Sommers 2013 hinterlassen die stärksten Schäden in der Jahresbilanz der Versicherer. Sie übertreffen die des Juni-Hochwassers um ein Vielfaches: 880.000 Sachschäden stehen am Ende der Hagel-Saison. Viele der Unwetter treffen auf dicht besiedeltes Gebiet, es hageln ungewöhnlich große Eisbrocken herab.

Aus der historischen Hagel-Saison 2013 ragt ein Ereignis besonders heraus: Am Wochenende vom 27. auf den 28. Juli ziehen die Unwetterfronten Andreas und Bernd über Deutschland hinweg. Mit Hagelkorngrößen über zwölf Zentimetern, starkem Sturm und nachfolgendem Starkregen richten Andreas und Bernd vor allem in Niedersachsen und Baden-Württemberg Schäden bisher unbekannten Ausmaßes an: 1,9 Milliarden Euro beträgt der Schaden an Wohngebäuden, Gewerbe und Hausrat. Allein 220.000 Wohngebäude
im Wert von 1,1 Milliarden Euro werden an diesem Wochenende beschädigt.


 
zurück zur Übersichtsseite: >> Naturgefahrenreport 2014


 
Es sind ganze Straßenzüge kleinerer Ortschaften, die, so beschreiben es Experten, „aussehen wie nach einem Artilleriebeschuss“. Treffendere als militärische Begriffe scheint es für diese Schäden nicht zu geben. Der Hagel kommt senkrecht und waagerecht, dicht an dicht schlägt er faustgroße Löcher nicht nur in Dächer, auch in Fenster und Hausfassaden. Er zersplittert Oberlichter und Solaranlagen. Der nachfolgende Regen flutet die zerstörten Häuser, schädigt das Mobiliar und den Hausrat. Das komplette Gebäude wird zur Angriffsfläche.

„Weil der Hagel von oben kommt und nicht wie Sturm von der Seite, sind die Einzelschäden auch besonders hoch“, sagt Schadenregulierer Michael Quast. Mit 5.190 Euro liegt der durchschnittliche Schaden an Wohngebäuden weit über dem der 29 meisten anderen Hagel- oder Sturmereignisse. Schäden über 100.000 Euro sind keine Seltenheit.


Download (JPG)

600 Millionen Euro in nur 15 Minuten

Die Hagelstürme Andreas und Bernd kommen wie andere Hagelunwetter auch überraschend und schnell. Das macht sie so tückisch. „600 Millionen Euro in nur 15 Minuten“, beschreibt etwa die Stuttgarter Sparkassenversicherung das schlimme Ergebnis dieser sommerlichen Katastrophe. Nicht nur Andreas und Bernd bringen Zerstörung durch Eis und Regen. Es hagelt weiter in der Saison 2013, viele Tage über nahezu allen Regionen Deutschlands. Weitere schlimme Tage, mit Sachschäden von je 300 Millionen Euro, sind der 20. Juni und der 6. August. Zerstörungen hagelt es vor allem im Süden, in Bayern, Baden-Württemberg und östlich, in Sachsen.

In einem weiteren Punkt setzte die Hagel-Saison 2013 einen neuen negativen Rekord: Noch nie war ein Einzelschaden an einem Unternehmen so hoch wie 2013: 45 Millionen Euro Schaden verzeichnete allein ein einziges Unternehmen. Bisher lag der größte Einzelschaden bei 37,5 Millionen Euro im Jahr 2007. Insgesamt werden von den Hagelereignissen des Sommers 520.000 Wohngebäude im Wert von 1,6 Milliarden Euro beschädigt, die Gesamtsumme aller Sachschäden liegt bei 2,9 Milliarden Euro.

Auch die Landwirtschaft trägt Millionensummen an Schäden davon. Der Hagel trifft sie in der Reife- und Erntezeit, vernichtet Obst, Getreide und andere Feldfrüchte im Wert von 185 Millionen Euro. Zur Ausnahmebilanz der Hagelstürme addieren sich noch die Blitzschäden, die die Unwetterfronten begleiten. 220.000 Schäden werden durch Blitze deutschlandweit an Hausrat verursacht, 120 Millionen Euro beträgt der Gesamtschaden.

Download

Naturgefahrenreport 2014
Die Schaden-Chronik der Versicherer

Der Naturgefahrenreport fasst die wichtigsten Unwetterereignisse eines Jahres zusammen. Er bündelt Statistiken und Grafiken zu Schäden durch Naturgefahren an Gebäuden und Kraftfahrzeugen.

Themen des Naturgefahrenreports 2014

  • Hagel: Die Gefahr die aus Gewitterwolken droht
  • Das Jahr der Naturkatastrophen
  • Verlust und Zerstörung an Fahrzeugen
  • Partner, Manager, Forscher: Die deutschen Versicherer

Download (PDF)