14.08.2014
Uber, Wundercar & Co.

Wie der Kfz-Versicherungsschutz bei Fahrdienst-Apps geregelt ist

Andere Leute gegen ein Trinkgeld mit dem Auto mitnehmen, oder sich spontan von A nach B befördern lassen: Mithilfe von Apps, die auf dem deutschen Markt noch relativ neu sind, kommen Fahrtanbieter und Fahrgast schnell zusammen. Diese Fahrdienst-Apps stehen derzeit im medialen Fokus. Dabei taucht auch immer wieder die Frage auf, welchen Kfz-Versicherungsschutz die Anbieter der Fahrten als auch mögliche Geschädigte durch solche Fahrten haben. Aufgrund gehäufter Nachfragen haben wir die wichtigsten Aspekte zum Versicherungsschutz im Zusammenhang mit Fahrdienst-Apps aktuell zusammengestellt.

Jeder Fahrzeughalter ist gesetzlich verpflichtet, eine Kfz-Haftpflichtversicherung abzuschließen. Bei seiner Versicherung hat er dafür üblicherweise angegeben, für welchen Zweck das Fahrzeug verwendet wird. Ändert sich die Verwendungsart des Fahrzeugs, weil man beispielsweise Personen befördert und diese Aufträge über eine Smartphone-App vermittelt wurden, hat der Versicherte die Pflicht, dies seinem Versicherer mitzuteilen.

Kfz-Haftpflichtversicherung leistet

Bei einem Unfall sind die Insassen genauso geschützt, wie andere Geschädigte. Die Kfz-Haftpflichtversicherung des Unfallverursachers übernimmt ihren Schaden. Dieser Haftpflichtversicherungsschutz greift auch dann, wenn der Versicherte eine seiner vertraglichen Pflichten verletzt hat. Für den geschädigten Dritten hat dies keine Konsequenzen. Der Versicherungsnehmer hingegen kann von seinem Versicherer in Regress genommen werden bzw. kann der Versicherer den Vertrag auch kündigen.

In der Vollkaskoversicherung hingegen kann der Versicherungsschutz vollständig erlöschen oder der Versicherer kann die Leistung kürzen, wenn der Fahrzeughalter seine Vertragspflichten verletzt hat – also beispielsweise die geänderte Art und Verwendung des Fahrzeuges nicht mitgeteilt hat.

Unterschied zur Mitfahrgelegenheit

Bei Mitfahrgelegenheiten handelt es sich üblicherweise um Fahrten, die der Versicherungsnehmer auch so getätigt hätte. Hier kommt es nicht darauf an, einen Gewinn zu erzielen, indem Strecken gefahren werden, die sonst nicht gefahren worden wären. Der Fahrer erhält von seinen Mitfahrern lediglich einen Benzinkostenzuschuss. Der Verwendungszweck des versicherten Fahrzeugs ändert sich dadurch für gewöhnlich nicht.