08.08.2014
Berechnungen zur Riester-Rente

Rendite auf Sparbeitrag ist für Verbraucher entscheidend

Das Handelsblatt berichtet heute, dass in einer Studie für das Bundesministerium der Finanzen (BMF) die Rendite von Riester-Rentenversicherungen falsch berechnet worden sei. Sie sei zu hoch. Tatsächlich stehen zwei Renditezahlen nebeneinander. Dabei ist für Verbraucher die Rendite auf ihren Sparbeitrag entscheidend: Diese liegt gemäß ITA-Studie für eine klassische Rentenversicherung mit 30 Jahren Laufzeit, 100 Euro Monatsbeitrag und der Zulage für eine Person bei 3,6 Prozent. Das ist korrekt. Die andere Kennzahl ist relevant für den Staat bei der Frage, ob Riester-Kosten gedeckelt werden sollten.

Hinter dem Vorwurf der falsch berechneten Rendite von Riester-Rentenversicherungen steckt erneut die Frage: Wird die Rendite eines Riester-Vertrages auf die Eigenbeiträge oder auf die Eigenbeiträge plus Zulagen berechnet? Betrachtet man die vom Institut für Transparenz (ITA) veröffentlichten Zahlen bezogen auf eine Person, die über 30 Jahre monatlich 100 Euro in eine klassische Riester-Rentenversicherung einbezahlt, so zeigt sich Folgendes:

Rendite aus Verbrauchersicht (Rendite auf die Eigenbeiträge)

Aus Sicht von Verbrauchern ist einzig und allein relevant: Wieviel Rente bekomme ich aus meinen eingezahlten Beiträgen, den sogenannten Eigenbeiträgen? In diesem Fall lautet die Antwort 3,6 Prozent. Somit belegen auch die jüngsten Zahlen des ITA, dass sich die klassische Riester-Rente für die Allermeisten so gut rechnet wie keine andere Vorsorge.

Rendite aus Sicht des Staates (Rendite auf die Eigenbeiträge plus Zulagen)

Das gleiche Beispiel zeigt aus gesamtwirtschaftlicher Perspektive eine Rendite von 2,89 Prozent. Wie erklärt sich die Differenz? In diesem Beispiel steigert die staatliche Förderung die Rendite für den Verbraucher um 0,71 Prozentpunkte.

Die Berichterstattung deckt also keinen Fehler auf. Sie betrachtet lediglich zwei unterschiedliche Renditekennzahlen zur Riester-Rente.

Das ITA hat bereits mit einer Pressemitteilung (PDF) auf den Handelsblatt-Artikel reagiert. Darin werden die Aussagen und Schlussfolgerungen der Handelsblatt-Recherche richtig gestellt. Zusammenfassend äußert sich das ITA: „Es ist erschütternd festzustellen, wie das Handelsblatt die tatsächlichen Aussagen des Forschungsgutachtens, das das ITA für das Bundesministerium der Finanzen angefertigt hat, verschleiert und verdreht, nur um einen kurzfristigen Sensationsartikel zu veröffentlichen.“