20.08.2014
Digitale Agenda

„Digitalisierung ist wichtiger Innovationsmotor”

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) hält die heute vorgestellte Digitale Agenda für ein wichtiges Signal. „Es ist gut, dass die Bundesregierung diese Herausforderung nun konkret angeht. Die Digitalisierung ist nicht nur in unserer Branche ein wichtiger Innovationsmotor“, sagt GDV-Präsident Alexander Erdland. Nie zuvor seien Verbraucher, Unternehmen und öffentliche Verwaltungen so eng elektronisch miteinander vernetzt gewesen wie heute.

Versicherungskunden wollen von der ersten Kontaktaufnahme bis zur Schadensmeldung heute ihre Versicherungsangelegenheiten auch online erledigen können. Deshalb fordert der GDV technologie- und innovationsfreundliche Rahmenbedingungen. „Es reicht nicht aus, dass eine neue Technologie viel kann, sie muss auch sicher sein. Das steht auf unserer eigenen ‚Digitalen Agenda‘ ganz oben“, sagt Erdland.

Die Versicherer sind Vorreiter beim Thema IT-Sicherheit

Es ist deshalb richtig, dass Teil der Digitalen Agenda ein IT-Sicherheitsgesetz ist. Die Bundesregierung will Firmen aus Energie-, Telekommunikations- und Finanzbranche verpflichten, Attacken auf ihre Computersysteme zu melden. Der GDV warnt davor, die Gefahr von Cyber-Attacken zu unterschätzen. Die Versicherungswirtschaft hat bereits 2010 mit der Gründung des brancheneigenen Krisenreaktionszentrums für IT-Sicherheit (LKRZV) ein Erfolgsmodell für schnelle Meldewege im Warn- und Krisenfall vorgelegt.

„Die Versicherer in Deutschland sind Vorreiter bei Datensicherheit und Datenschutz“, erklärt GDV-Präsident Erdland. Auch bei innovativen Cloud-Lösungen hat die Versicherungswirtschaft Maßstäbe gesetzt. So bietet die vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik zertifizierte Trusted German Insurance Cloud (TGIC) innovative und zugleich sichere Infrastruktur für die Versicherungswirtschaft.

STATEMENT

Alexander Erdland, Präsident des GDV:

„Die Digitalisierung ist ein wichtiger Innovationsmotor. Die Versicherer in Deutschland sind Vorreiter bei Datensicherheit und Datenschutz.“

Modernes Datenschutzrecht gemeinsam gestalten

Die Digitale Agenda widmet sich auch verstärkt dem Thema Datenschutz, das bei Versicherungen eine zentrale Rolle spielt. Bei allem technischen Fortschritt erwarten Versicherungskunden zu Recht, dass die Unternehmen ihre Daten weiterhin bestmöglich schützen. Gemeinsam mit Datenschutzbehörden und der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) hat der GDV mit einer freiwilligen Selbstverpflichtung bereits 2013 branchenspezifische Regeln für den Umgang mit persönlichen Daten geschaffen. Diesen konstruktiven Dialog will die Versicherungswirtschaft fortsetzen und einen modernen Datenschutz mitgestalten.

Versicherer müssten aber auch unter hohen Datenschutzanforderungen noch ihr Kerngeschäft – die effiziente Absicherung von Risiken – betreiben können. Das Datenschutzrecht von morgen, die EU-Datenschutzverordnung, sollte sektorspezifische Belange nicht außer Acht lassen.

Keine Versicherung ohne Daten – aber auch nicht ohne Vertrauen

Im Umgang mit Kundendaten hat die Versicherungswirtschaft schon heute höhere Standards gesetzt, als es das Gesetz vorschreibt. Den Unternehmen sei sehr bewusst, dass sie auf das Vertrauen ihrer Kunden angewiesen seien, erklärt GDV-Präsident Erdland: „Wir verkaufen keine Krawatten oder Schuhe. Wir sichern existentielle Risiken ab – das geht nicht ohne Daten, aber auch nicht ohne Vertrauen.“