06.08.2014
Angriff aus dem Internet

Cyber-Policen schützen Unternehmen vor Folgen von Hacker-Angriffen

Russische Hacker haben laut einem Bericht der „New York Times“ 1,2 Milliarden Nutzeridentitäten gestohlen. Die Daten griffen sie von Tausenden Internetseiten ab. Der Fall zeigt: Die Gefahr aus dem Netz wächst – sowohl für Nutzer als auch für Unternehmen. Mit Cyber-Policen lassen sich die Risiken jedoch absichern.

Es ist einer der größten Hackerangriffe der Geschichte: Kriminelle aus Russland erbeuteten die Datensätze von mehr als 1,2 Milliarden Internetnutzern. Sie stahlen unter anderem Nutzernamen, Passwörter sowie Kreditkarten- und Sozialversicherungsnummern. Abgegriffen wurden die sensiblen Daten von rund 420.000 Internetseiten, darunter sind auch Seiten namhafter Unternehmen.

Für die betroffenen Nutzer kann der Datenraub schlimme Folgen haben: Hacker könnten persönliche Informationen abgreifen, die Kreditkartendaten für Einkäufe missbrauchen oder die Sozialversicherungsnummer nutzen, um Bankkonten zu eröffnen oder Behördengänge zu erledigen. Auch den gehackten Unternehmen drohen ernste Konsequenzen: Dazu zählen neben dem Imageschaden Umsatzeinbußen, der Verlust von Geschäftsgeheimnissen, Betriebsausfälle sowie hohe Schadenersatzforderungen.

Was Cyber-Policen abdecken

Gegen die Schäden eines Cyberangriffs können sich Unternehmen seit einiger Zeit mit Cyber-Policen versichern. Sie übernehmen beispielsweise die Kosten für IT-Experten, die nach einem Hackerangriff die Daten wiederherstellen und das Leck schließen. Der Mehraufwand für die juristische Betreuung im Fall von Schadenersatzforderungen kann ebenfalls abgedeckt sein, bei umfassendem Schutz auch die Kosten einer eventuellen Betriebsunterbrechung. Eine pauschale Lösung gibt es jedenfalls nicht: Denn so unterschiedlich wie Unternehmen arbeiten, so unterschiedlich können auch ihre Risiken sein. Mitunter sind einzelne Cyber-Risiken auch in bestehenden Policen integriert.


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Cyber-Angriffe werden noch nicht als Gefahr angesehen

Deutsche Unternehmen schätzen die Bedrohung aus dem Internet bislang noch gering ein: Nur sechs Prozent der kleinen und mittleren Unternehmen sehen in Cyber-Angriffen eine mögliche Gefahr, so eine GfK-Umfrage im Auftrag der Zurich Versicherung. Dementsprechend hat die große Mehrheit der Unternehmen auch noch keine Spezialversicherung abgeschlossen. Das ist gefährlich, denn die Hackerangriffe in Deutschland nehmen zu: Das Bundeskriminalamt registrierte 2012 knapp 64000 Fälle von Cyberkriminalität – ein Anstieg von fast 70 Prozent seit 2008.

Dass solche Angriffe auch hohe Kosten verursachen können, zeigt ein prominenter Fall in den USA: Der millionenfache Diebstahl von Kundendaten beim US-Einzelhandelskonzern Target im Dezember 2013 kostete das Unternehmen Medienberichten zufolge 45 Millionen Euro. Den Löwenanteil der Kosten übernahm aber Targets Cyberpolice.