17.07.2014
trendbrief altersvorsorge

Die Auswirkungen der demografischen Alterung werden unterschätzt

Deutschland steht demografisch vor dem Wendepunkt: Bis Mitte 2030 gehen die geburtenstarken Jahrgänge in Rente. Eine neue Studie, die vom Handelsblatt Research Institute und der Prognos AG im Auftrag des GDV erstellt wurde, geht den Folgen für die Alterssicherung für die Zeit bis 2050 nach. In Deutschland wird es dann nur noch 36 Millionen Erwerbstätige geben. Der Druck der Bevölkerungsalterung auf die wirtschaftliche Entwicklung und die Sozialsysteme wird größer. Noch immer unterschätzen viele die Auswirkungen der demografischen Alterung auf die Alterssicherung in Deutschland. Der aktuelle „trendbrief altersvorsorge“ greift diese Fragen auf und zeigt, welche Folgen der Kurswechsel in der aktuellen Rentenpolitik hat. Das derzeitige demografische Zwischenhoch wird für langfristige Leistungsausweitungen missbraucht.

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trendbrief altersvorsorge
Juli 2014

Inhalt:

  • Zahlen, Daten, Fakten
  • 5 Fragen an Dr. Alexander Erdland, Präsident des GDV
  • Schwerpunkt: Die Zukunft der Altersvorsorge – Trends und Herausforderungen
  • Interview mit Prof. Dr. Dr. h.c. Bert Rürup
  • Im Trend: Absicherung von Geringverdienern

 
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Entwicklung des Beitragssatzes

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Entwicklung des Altersquotienten

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Entwicklung der Erwerbstätigenzahl und des Arbeitsvolumens

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Rentenpolitische Aufgaben für die kommenden Jahre

Die Rentenpolitik steht in den kommenden Jahren vor der Aufgabe, die Balance von staatlicher Absicherung und privater und betrieblicher Altersvorsorge zu verbessern.

Rentenpolitische Aufgaben für die kommenden Jahre
Rentenleistungen sachgerecht finanzieren
Kindererziehung ist eine wichtige gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Soll diese staatlich gefördert werden, sind Leistungen aus allgemeinen Steuermitteln zu finanzieren. Gleiches gilt für die „Mütterrente”. Ein Anzapfen der Rücklagen der GRV ist ebenso wenig gerechtfertigt wie eine Erhöhung der Beitragssätze.
Geringverdiener besser absichern
Das Konzept der Lebensleistungsrente, die ein Aufstocken niedriger Renten langjährig Versicherter vorsieht, zielt zwar auf das richtige Problem: die Vermeidung von künftiger Altersarmut. Auch soll private Vorsorge berücksichtigt werden. Die Wirksamkeit ist jedoch ungewiss. Helfen könnten stärkere unmittelbare Anreize, privat für das Alter vorzusorgen. Daher sollte die private Vorsorge nicht mehr voll auf die Grundsicherung angerechnet werden. Das Risiko, im Alter auf die Grundsicherung angewiesen zu sein, lässt sich insgesamt wirksamer durch Maßnahmen außerhalb der Rentenpolitik mindern.
Ausbau der kapitalgedeckten Altersvorsorge
Die Höhe der Riester-Förderung ist seit 2002 unverändert und im Realwert deutlich gesunken. Sie sollte an die Einkommensentwicklung angepasst werden. Parallel gilt es, den Ausbau der betrieblichen Altersversorgung zu voranzubringen. Sinnvoll sind Arbeitsverträge, die eine automatische Entgeltumwandlung vorsehen, der die Beschäftigten dann allerdings widersprechen können (Opting-out).
Länger arbeiten und gleitende Übergänge in den Ruhestand schaffen
Längeres Arbeiten stärkt die Beitragsbasis und verkürzt die Dauer des Rentenbezugs. Die Rente mit 67 verbunden mit einer schrittweisen Erhöhung des tatsächlichen Renteneintrittsalters bleibt daher unerlässlich. Zugleich braucht es beim Übergang in den Ruhestand mehr Flexibilität. Viele wollen und können auch jenseits dieser Altersgrenze arbeiten, andere aber nicht. Im Zusammenspiel aus gesetzlicher Rente, betrieblicher Altersversorgung und privater Vorsorge sind innovative Lösungen möglich, die den unterschiedlichen Bedürfnissen der Beschäftigten besser gerecht werden und das Rentensystem nicht überfrachten.
Säulenübergreifende Renteninformation
Eine leicht zugängliche Online-Renteninformation, die alle Säulen der Altersvorsorge umfasst, erhöht die Transparenz über künftige Alterseinkommen. Sie wäre für jeden Einzelnen ein gutes Planungsinstrument für den Ruhestand, weil sich beispielsweise Versorgungslücken dadurch frühzeitig erkennen ließen und noch gegengesteuert werden kann. Ein solches Instrument würde die Akzeptanz des gesamten Rentensystems fördern.