25.06.2014
Versicherungssummen der WM-Teams

Deutsche WM-Beine am wertvollsten

Der letzte Spieltag in Gruppe G und alles ist offen: Deutschland kann selbst mit einem Unentschieden gegen die USA die Gruppe gewinnen, doch bei einer Niederlage könnten Jogis Jungs auch nach Hause fahren. Geht es nach den Versicherungswerten aller WM-Teams, ist die deutsche Gruppe die stärkste: Zusammen liegen die Teams von Deutschland, Ghana, den USA und Portugal bei einem Versicherungswert von 1,49 Milliarden Euro. Die deutschen Beine sind von allen WM-Teams am wertvollsten.

Geht es nach dem britischen Spezialversicherer Lloyd’s, dann ist Deutschland bereits Weltmeister: Müller, Hummels & Co kommen gemeinsam auf einen Versicherungswert von 803,6 Millionen Euro. Allein die Hände von Torwart Manuel Neuer sind laut Schätzungen des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) mit drei Millionen Euro versichert.

Zweitwertvollstes Team ist Spanien. Die Spieler des noch amtierenden Champions kommen gemeinsam auf einen Versicherungswert von 739,5 Millionen Euro. Gastgeber Brasilien liegt trotz Superstar Neymar nur bei einer Versicherungssumme von 561,8 Millionen Euro – und damit hinter dem Mutterland des Fußballs. Englands Superstars schätzt Lloyd’s auf einen Versicherungswert von 689,4 Millionen Euro.

Fiktiver Verdienstausfall berechnet

Die Werte basieren dabei auf einem komplizierten Rechenmodel: Im Auftrag von Lloyd’s ermittelten die Wirtschaftswissenschaftler des Centre for Economics and Business Research das Einkommen der Spieler bis zum Ruhestand. Dabei flossen nicht nur das momentane Gehalt der Spieler bei ihren Vereinen, sondern auch Werbeverträge, das Alter, ihre Position und Nationalität mit in die Berechnung ein. Somit ergibt sich die Versicherungssumme: der fiktive Verdienstausfall, sollte der Spieler aufgrund einer Verletzung seinen Beruf, den Profi-Fußball, nicht mehr ausüben können.

Somit orientiert sich die Rechnung an der privaten Berufsunfähigkeitsversicherung: Die private Berufsunfähigkeitsversicherung zahlt eine monatliche Rente bis zum gesetzlichen Renteneintrittsalter, wenn der Versicherte aufgrund eines Unfalls oder einer Krankheit nicht mehr arbeiten kann. Auch hier sollte sich die Versicherungssumme daran orientieren, dass der gewohnte Lebensstandard im Ernstfall bis zur Rente eingehalten werden könnte – auch wenn jeder normale Arbeitnehmer vom Stundenlohn eines Messi nur träumen kann.


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7,7 Milliarden Euro für alle WM-Teilnehmer

Insgesamt vereinen die 736 Spieler der WM zusammen 7,7 Milliarden Euro Versicherungswert auf sich. Die großen Namen des Weltfußballs kommen schnell auf gewaltige Versicherungssummen. Real Madrid hat Superstar Cristiano Ronaldo Medienberichten zufolge extra hoch versichert: Sollte er sich verletzen und nie wieder Fußball spielen können, erhält der Verein demnach pro Bein 103 Millionen von der Assekuranz.

Das ist fast das Zehnfache des gesamten Kaders von Costa Rica. Für die 23 Spieler der Zentralamerikaner errechneten die Versicherungsexperten von Lloyd’s einen Gesamtwert von 22,9 Millionen Euro – der geringste Wert aller 32 WM-Teams. Zwar bilden die unterschiedlichen Versicherungswerte in etwa die Stärken der Mannschaften wieder. Doch zum Glück zählen beim Fußball immer noch die Tore: Costa Rica war bereits nach zwei Spielen sicher für das Achtelfinale qualifiziert – und die teuren Spanier sind bereits auf dem Heimweg.