26.05.2014
Hochwasser 2013 - Zahlen und Fakten

Die meisten Schäden entstanden weitab der großen Flüsse

Die zweite Hochwasserkatastrophe in Deutschland innerhalb von elf Jahren brachte Schäden in Milliardenhöhe. Am stärksten von den Fluten betroffen waren die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen. Sechs Fakten zur Flut.

1. Fakt: Schadenvolumen

1,8 Milliarden Euro zahlten die Versicherer ihren Kunden für die Hochwasserschäden.
Insgesamt entstanden rund 140.000 versicherte Schäden – 10.000 weniger als bei der Elbe-Flut 2002. Die Schadenhöhe lag damals bei 1,8 Milliarden Euro. 2002 waren 19 Prozent gegen Hochwasser versichert – 2013 bereits 35 Prozent.

2. Fakt: Die meisten Schäden im ungefährdeten Gebiet

85 Prozent der Schäden entstanden weit außerhalb gefährdeter Risikozonen. Das Hochwasser 2013 wurde durch heftige und vor allem langanhaltende Starkregenfälle ausgelöst. Das Wasser konnte nicht mehr vom Boden aufgenommen werden und begann sich in der Fläche auszubreiten. Hinzu kam, dass mehrere Deiche brachen und die Flüsse sehr hohe Wasserpegel führten. In der Folge gab es die meisten Überschwemmungsschäden in den Gebieten, die statistisch betrachtet nur alle 200 Jahre oder seltener vom Hochwasser betroffen sind.

3. Fakt: Höchste Schadenlast in Sachsen

Am stärksten von den Fluten betroffen waren die Menschen in Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen. Wie schon bei der Elbe-Flut 2002 verzeichneten die Sachsen die meisten Schäden: 900 Millionen Euro zahlten die Versicherer ihren Kunden im Freistaat. In Sachsen-Anhalt erreichten die Schäden 324 Millionen Euro, in Bayern 281 Millionen Euro und in Thüringen 144 Millionen Euro.

4. Fakt: Ostdeutsche Bundesländer überdurchschnittlich versichert

In den drei betroffenen ostdeutschen Bundesländern sind überdurchschnittlich viele Menschen gegen Hochwasser versichert: 47 Prozent in Sachsen, 44 Prozent in Thüringen und 44 Prozent in Sachsen-Anhalt. Im Bundesdurchschnitt liegt die Versicherungsdichte bei 38 Prozent. In Bayern sind es nur 27 Prozent. Dabei sind 99 Prozent aller Gebäude in Deutschland problemlos versicherbar. Für das verbleibende Prozent werden mit Selbstbehalten oder individuellen baulichen Maßnahmen oft bezahlbare Lösungen angeboten. Einige Versicherer haben für Hochrisikogebiete eigene Expertenteams, die sich ausschließlich um Versicherungslösungen potenzieller Kunden in diesen Gebieten kümmern. In der höchsten Risikozone ist in Deutschland jedes vierte Wohngebäude gegen Hochwasser versichert.

5. Fakt: Schadenbild

Selbst in der niedrigsten Gefahrenzone erreichten die versicherten Einzelschäden in der Spitze 250.000 Euro. Der durchschnittliche Schaden betrug hier 6.300 Euro. Insgesamt gab es geringere Schäden als bei der Elbe-Flut 2002. Im Vergleich zu damals waren die Menschen 2013 besser auf die Katastrophe vorbereitet. Dazu haben staatliche, aber auch individuelle Hochwasserschutzmaßnahmen beigetragen. Viele Haushalte und Unternehmen in den betroffenen Gebieten hatten in den vergangenen Jahren mit viel Engagement und finanziellem Aufwand ihre Grundstücke und Gebäude vor Hochwasser geschützt.

STATEMENT

Alexander Erdland, Präsident des GDV:

„Auch wenn extreme Katastrophen wie das Hochwasser 2013 künftig häufiger auftreten können, ist die Versicherungswirtschaft in der Lage die finanziellen Folgen für ihre Kunden zu tragen. Nach wie vor sind zu wenige versichert. Es könnten weit mehr Menschen von der Leistungsfähigkeit der Versicherer profitieren.“

6. Fakt: Meteorologische Dimension

Das Hochwasser 2013 hat laut Center for Disaster Management and Risk Reducation Technology (CEDIM) die größte räumliche Ausdehnung aller Hochwasserereignisse seit 1950. Mehr als 46 Prozent des deutschen Gewässernetzes sind betroffen. Viele Flüsse verzeichnen historische Pegelhochstände, vor allem im Einzugsgebiet von Donau und Elbe.