13.02.2014
Hohe Akzeptanz bei Geringverdienern

Riester-Zulagenförderung erreicht Rekordniveau

Einen neuen Höchststand bei der Zulagenförderung von Riester-Produkten hat die Deutsche Rentenversicherung Bund (DRV) jetzt bekannt gegeben. 10,2 Millionen Riester-Sparer erhielten einer aktuellen Untersuchung zufolge rund 2,6 Milliarden Euro an staatlichen Zulagen.

Diese Zahl bezieht sich auf das Jahr 2010 und wurde erst jetzt veröffentlicht, da vor der Auswertung zunächst die Beendigung des zweijährigen Zeitraums für die Beantragung der Zulagen abgewartet werden musste. Für das Jahr 2011 wird sogar mit einem weiteren Anstieg gerechnet. Nach derzeitigem Stand beträgt die Zulagen-Förderung hier laut DRV bereits 2,8 Milliarden Euro. 2009 hatten 9,6 Millionen Personen noch rund 2,5 Milliarden Euro Zulagen erhalten.

Zulagen-Förderung erreicht die Zielgruppen – insbesondere niedrige Einkommen
„Die staatliche Förderung der Riester-Rente erreicht wichtige Zielgruppen“, lautet das erfreuliche Fazit der DRV. Insbesondere die unteren Einkommensklassen scheinen von der Zulagenförderung zu profitieren: So hatten mehr als 65 Prozent aller Zulagenempfänger im Jahr 2010 ein Jahreseinkommen unter 30.000 Euro. Dieser Wert wird auch in den folgenden Jahren konstant bleiben, wie aus der Statistik der DRV hervorgeht.

Für die Beitragsjahre 2011 und 2012 zeigen erste Zwischenergebnisse, dass gerade in der untersten Einkommensklasse – unter 10.000 Euro Jahreseinkommen – mit einem Anstieg des Anteils der Zulageempfänger gerechnet werden kann. 38 Prozent der rund 10 Millionen Zulageempfänger erhielten im Beitragsjahr 2010 neben der Grundzulage auch eine Zulage für mindestens ein Kind.

Die Zahlen der DRV bestätigen eindrucksvoll die Berechnungen des GDV, dass die Riester-Rente aufgrund der Zulagenförderung gerade für untere Einkommensbezieher und Familien besonders interessant ist. Zu Recht, wie auch die Zulagenquote bezogen auf den Eigenbeitrag belegt: Wer 1 Euro als Beitrag für ein Riester-Produkt selbst aufbringt, kann im Durchschnitt mit 40 Cent staatlicher Zulage rechnen.

Ausschöpfung des individuellen Zulagenanspruchs bei Vielen unbefriedigend
Berechtigten Klärungsbedarf sieht die Deutsche Rentenversicherung beim Thema Ausschöpfung des individuellen Zulagenanspruchs: Diese ist „bei einem nicht unwesentlichen Teil der Zulageempfänger gering“, heißt es.

So betrug die durchschnittliche Förderung mit Grundzulage je Zulageempfänger für das Beitragsjahr 2010 rd. 125 EUR. Dabei lag sie für Frauen mit durchschnittlich rd. 129 EUR um rd. 10 EUR über der von Männern. Nach Angaben der DRV erhielten in den letzten Jahren mehr als 40% der Zulageempfänger nicht die volle Grundzulage in Höhe von 154 Euro. Etwa 17 Prozent erhielten sogar nicht einmal die Hälfte der Zulage.

So gibt es die vollen Zulagen
Um die volle Riester-Kinderzulage und Grundzulage zu erhalten, muss der sogenannte Mindesteigenbeitrag in den Vertrag eingezahlt werden. Der Mindesteigenbeitrag beträgt seit 2008 vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Vorjahreseinkommens abzüglich der Zulagen des laufenden Jahres. Auch bei sehr geringen Einkommen muss ein Sockelbeitrag von mindestens 60 Euro eingezahlt werden. Wenn weniger als der Mindesteigenbeitrag eingezahlt wird, werden die Zulagen anteilig gekürzt.

Der GDV hat bereits mehrfach angemahnt, die Rahmenbedingungen für die Riester-Förderung zu verbessern: Derzeit ist die Förderung der Riester- sowie der Basisrenten trotz dynamischer Wirtschafts- und Einkommensentwicklung auf einem Stand von vor zwölf Jahren eingefroren. Nötig ist eine fünfte Stufe der Riester-Förderung, bei der das Fördervolumen von heute 2.100 Euro auf über 2.850 Euro und die Zulagen von 154 Euro auf 200 Euro angehoben werden. Der förderberechtigte Personenkreis der Riester-Rente sollte um Selbstständige erweitert werden.