05.02.2014
Abstimmung

EU-Parlament lehnt Pflichtversicherung von Naturkatastrophen ab

Das Europäische Parlament hat sich heute in einer Abstimmung gegen die Einführung einer europaweiten Pflichtversicherung von Naturkatastrophen ausgesprochen. Die Risiken von Naturgefahren sind zu vielfältig, zu komplex und regional zu unterschiedlich, um sie mit einer europaweiten Pflichtversicherung erfassen zu können. Nach Überzeugung der Abgeordneten ist Prävention das wichtigste Mittel zum Schutz der Menschen und zur Vermeidung von Schäden durch Naturkatastrophen.

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterstützt die Forderung der Abgeordneten, eine Kultur der Prävention zu schaffen, die die Bevölkerung für Naturkatastrophen sensibilisiert. Wichtig sind nach Ansicht der Parlamentarier dafür risikobasierte Kalkulationen sowie problemlos zugängliche Informationen, die Verbrauchern, Gemeinden und Unternehmern helfen, dass potentielle Naturgefahrenrisiko besser einzuschätzen.

Zudem plädiert das Parlament an die regionalen Behörden, die Risikovorsorge als eine Säule der Investitionsstrategie zu übernehmen. Die Begründung der Empfehlung begrüßt der GDV ausdrücklich: Es ist für alle Beteiligten wirtschaftlicher, die Folgen einer Katastrophe möglichst gering zu halten, als nur Versicherungsschutz zu bieten und im Nachhinein die Schäden zu beseitigen.

STATEMENT

Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung:

„Dieser Beschluss bestätigt uns in unserer Überzeugung, dass intensive Aufklärung und gute Vorsorge erfolgversprechender sind als eine Pflichtversicherung. Die deutsche Versicherungswirtschaft engagiert sich in bislang sieben Bundesländern mit Informationskampagnen über Naturgefahrenschutz.“


Gemeinsam mit den jeweiligen Landesregierungen, den kommunalen Spitzenverbänden und Verbraucherschützern wird an die Eigenvorsorge der Menschen appelliert und über die möglichen Folgen von Naturereignissen und daraus resultierenden Schäden informiert.

Zusätzlich können Verbraucher bereits in Sachsen und Niedersachsen im Internetportal zuers-public.de ihr individuelles Naturgefahrenrisiko abfragen. Für eine bundesweite Aufklärungskampagne und ein nationales Naturgefahrenportal bietet die Versicherungswirtschaft der Bundesregierung ihre Zusammenarbeit an.

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