28.01.2014
8. Europäischer Datenschutztag

Schutz der Kundendaten hat für Versicherer höchste Priorität

Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) wirbt anlässlich des heutigen Europäischen Datenschutztages für einen verantwortungsvollen Umgang mit personenbezogenen Daten. Der 2007 vom Europarat ins Leben gerufene jährliche Aktionstag soll die Menschen in Europa für das Thema sensibilisieren – ein Anliegen, das aktueller kaum sein könnte. Denn mit der zunehmenden Digitalisierung fragen sich immer mehr Bürger, wie geschützt ihre Daten sind.

Versicherer sind seit jeher darauf angewiesen, Informationen von Kunden und Geschädigten zu verarbeiten. Ohne valide Daten könnten sie das zu versichernde Risiko nicht einschätzen und ihre Leistungspflicht nicht überprüfen. Der Datenschutz hat dabei jedoch höchste Priorität.

So hat die Versicherungsbranche als erste bundesweit mit den deutschen Datenschutzbehörden und dem Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) einen Datenschutzkodex entwickelt, der die branchenspezifische Datenverarbeitung regelt. Mittlerweile sind zahlreiche GDV-Mitglieder dem Datenschutzkodex beigetreten; zusammen kommen sie auf einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Dies zeigt, wie ernst die Unternehmen das Thema nehmen.

Die Anforderungen an den Datenschutz ändern sich, sei es durch technische Neuerungen oder ein verändertes öffentliches Bewusstsein. Die derzeitigen Verhandlungen des Europäischen Gesetzgebers zur EU-Datenschutzverordnung zeigen, dass eine Modernisierung des Europäischen Datenschutzrechts schwierig, aber unerlässlich ist.

Datenschutzverordnung sollte Kunden und Versicherern gerecht werden
Der GDV tritt dafür ein, dass die neue Verordnung den Belangen der Kunden und der Versicherer gerecht wird. Die Unternehmen müssen ihr Kerngeschäft weiterhin ausüben können. Dies gilt nicht nur für die Bearbeitung der Versicherungsverträge und die Regulierung der Leistungsansprüche. Notwendig ist auch die Verarbeitung von Kundendaten, etwa um Statistiken zu erstellen. Auf deren Basis schätzen Versicherer ihre Risikolage ein und kalkulieren Tarife. Je qualitativ hochwertiger die Statistiken sind, desto besser können Risiken ermittelt werden.

Die Kunden profitieren davon: Sicherheitszuschläge, die die Versicherungsprodukte verteuern, werden vermieden. Verbraucher können sich zudem darauf verlassen, dass ihr Versicherer ihre Ansprüche erfüllen kann. Deshalb sollte in den Verhandlungen zur EU-Datenschutzverordnung darauf geachtet werden, dass eine gesetzliche Grundlage für die Erstellung von Statistiken – soweit erforderlich auch mit Gesundheitsdaten – gewährleistet ist. Außerdem darf die in der Branche notwendige herkömmliche Bemessung der Prämien oder die Betrugsbekämpfung nicht durch weit gefasste Bestimmungen zur Profilbildung unmöglich gemacht werden. Die Auswirkungen der künftigen Regeln auf die Offline-Branchen sollten deshalb sorgfältig geprüft werden.