14.01.2014
Rentenatlas

In welchen Bundesländern die höchsten Renten gezahlt werden

Wo früher starke Industriezentren der Bundesrepublik waren, werden heute die höchsten Renten gezahlt: In den ehemaligen Steinkohleländern Nordrhein-Westfalen und dem Saarland erhalten die Rentner im Durchschnitt am meisten gesetzliche Rente. Das zeigen Zahlen der Deutschen Rentenversicherung. Von diesen hohen gesetzlichen Renten profitieren allerdings nur die Männer, die Frauen fallen hier bei der Altersrente weit zurück – ganz anders als die ostdeutschen Frauen.

Die Männer in Nordrhein-Westfalen und dem Saarland erhalten die höchsten durchschnittlichen Renten in Deutschland. Gegenüber dem Bundesdurchschnitt können sie jeden Monat mit über 60 Euro mehr auf dem Konto rechnen. Für das gesamten Bundesgebiet liegt der Durchschnitt bei den Männern bei 1090 Euro – fast doppelt so hoch wie bei den Frauen (570 Euro).

Wo Frauen am meisten Rente bekommen
Die Rentnerinnen in Ost-Berlin liegen bei den Frauen bundesweit an der Spitze (durchschnittlich 827 Euro pro Monat). Darauf folgen Brandenburg (734 Euro) und Sachsen (731 Euro). Die Frauen im Saarland hingegen, wo die Männer die höchsten Renten beziehen, scheinen sich bei der Altersvorsorge wohl auf ihre früher gut verdienenden Männer verlassen zu haben: Mit durchschnittlich 427 Euro bilden sie das Schlusslicht bei den Renten der Frauen.

Altersvorsorge war Männer-Sache im Westen
In früheren Generationen haben sich vor allem die westdeutschen Frauen auf ihre Männer verlassen, wenn es um das Thema Rente und Altersvorsorge ging. Eine Allensbach-Studie im Auftrag des GDV hat im vergangenen Jahr herausgefunden, dass auch jüngere Frauengenerationen von diesem Muster kaum abweichen: Frauen hinken in punkto Altersvorsorge immer noch hinterher, konstatiert die Allensbach-Studie.

 
Mehr Rentner brauchen Grundsicherung
Die durchschnittlichen Altersrenten spiegeln nicht das tatsächliche Haushaltseinkommen der über 65-Jährigen wider. Deren durchschnittliches Haushaltsnettoeinkommen liegt laut dem letzten Alterssicherungsbericht der Bundesregierung derzeit bei 1.818 Euro. Zusätzlich zur gesetzlichen Rente kommen vielfach noch andere Einkünfte wie etwa eine Betriebsrente oder die Zahlungen einer Lebensversicherung hinzu. Nichtsdestotrotz reicht bei immer mehr Senioren die Rente nicht zum Leben. Die Zahl der Bezieher von Grundsicherung im Alter hat sich zuletzt erhöht. Das Statistische Bundesamt stellte einen Anstieg von 6,6 Prozent auf insgesamt rund 465.000 Menschen Ende 2012 fest. Die Bundesländer mit den meisten Empfängern von Grundsicherung sind die Stadtstaaten Hamburg, Bremen und Berlin.

Grundsicherung: vor allem im Westen und weiblich
Die durchschnittliche Monatsrente ist heute bei westdeutschen Frauen deutlich geringer als bei ostdeutschen, wie die GDV-Deutschlandkarte zeigt. Das spiegelt sich auch bei den Empfängern der Grundsicherung. Von 1.000 westdeutschen Frauen über 65 Jahren beziehen laut Statistischem Bundesamt 33 die Grundsicherung. Im Osten sind es hingegen lediglich 21. Insgesamt sind knapp zwei Drittel der Bezieher von Grundsicherung weiblich. Die Altersarmut bei Frauen kann sich zukünftig noch verschärfen, wenn hier nicht gegengesteuert wird.