27.11.2013
Vorschläge

Neue Impulse für die betriebliche Altersversorgung

Die betriebliche Altersversorgung ist eine feste Säule der Alterssicherung. Die Verbreitung ist zuletzt aber ins Stocken geraten, insbesondere in kleinen und mittelständischen Betrieben bestehen noch Potenziale. Jetzt hat der GDV ein Gesamtkonzept zur Stärkung der betrieblichen Altersversorgung vorgelegt.

Kernforderungen in diesem Konzept sind die Erleichterung der automatischen Entgeltumwandlung über ein freiwilliges Opting-out und eine zeitgemäße steuerliche Förderung.

Alexander Erdland

Alexander Erdland, Präsident des GDV:

„Die neue Bundesregierung will der betrieblichen Altersversorgung neue Impulse geben. Das ist dringend notwendig. Um Entgeltumwandlung auf Betriebsebene auch und gerade in kleinen und mittleren Unternehmen zu erleichtern, sollte ein Modell auf freiwilliger Basis für die Arbeitgeber entwickelt werden, wonach für alle Arbeitnehmer eines Betriebes standardmäßig im Arbeitsvertrag eine Entgeltumwandlung vorgesehen wird. Arbeitnehmer können, müssen dann aber nicht daran teilnehmen.“

 
Erhebliche Effizienzvorteile
Mit der Absicherung ganzer Belegschaften könnten in erheblichem Maße Effizienzvorteile und damit besonders attraktive Altersversorgungsleistungen realisiert werden. Arbeitgeber, die für alle Arbeitnehmer ihres Betriebs standardmäßig im Arbeitsvertrag eine Entgeltumwandlung vorsehen wollen, brauchen aber Rechtssicherheit für bereits bestehende Arbeitsverhältnisse. Für neue ist die Umwandlung nach geltender Rechtslage bereits möglich. „Erfahrungen aus dem Ausland zeigen”, so Alexander Erdland, „dass bei solchen Modellen eine sehr hohe Beteiligungsquote erreicht wird.“

Fördervolumen reicht nicht aus
Wichtig ist darüber hinaus eine zeitgemäße Anpassung der steuer- und sozialversicherungsrechtlichen Förderung der betrieblichen Altersversorgung. Die vor über 10 Jahren eingeführte steuer- und sozialversicherungsrechtliche Förderung wird den aktuellen Gegebenheiten nicht mehr gerecht. Das Fördervolumen der Beiträge zur betrieblichen Altersversorgung reicht insbesondere bei anhaltend niedrigen Zinsen nicht mehr aus, um die aufgrund der demographischen Entwicklung erforderlichen Absenkung des Niveaus der gesetzlichen Rente auszugleichen.

Das geförderte Beitragsvolumens sollte auf 8 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze der gesetzlichen Rentenversicherung (steuer- und sozialabgabenfrei) erhöht werden. Dies wäre ein Betrag von 5.712 Euro im Jahr 2014. Nach geltender Regelung können lediglich bis zu 4.656 Euro (im Jahr 2014) steuerfrei eingezahlt werden.

Betriebliche Altersversorgung für Geringverdiener attraktiver machen
GDV-Präsident Erdland dazu: „Wir meinen übrigens auch, dass gerade für Geringverdiener die betriebliche Altersvorsorge attraktiver werden muss: Um auch bei ihnen den Vorsorgeanreiz zu erhalten, sollte bei der Grundsicherung ein hinreichend hoher Freibetrag für Eigenvorsorge, zu der auch die betriebliche Altersversorgung zählt, geschaffen werden.“

Die Versicherungswirtschaft hat wesentlich zur Renaissance der betrieblichen Altersversorgung beigetragen; mittlerweile trägt sie Verantwortung für über 14 Millionen Versorgungszusagen. Dabei bieten Lebensversicherer auch vielen kleinen Unternehmen, die keinen Zugang zu großen Versorgungswerken haben, attraktive Lösungen zur Betriebsrente.


Vorschläge:
GDV-Vorschläge zur Verbesserung der Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung und zur Begleitung eines flexiblen Übergangs in die Rentenphase

 

Inhalt:

• Status quo
• Vorschläge zur Verbesserung der Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung, insbesondere in kleinen und mittleren Unternehmen (KMU)
• Begleitung eines flexiblen Übergangs in die Rentenphase

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