06.11.2013
Schnee und Glätte

Brauche ich Winterreifen, damit die Kfz-Versicherung zahlt?

Schnee und Eis machen die Straßen unsicherer. Aber müssen Autofahrer immer Winterreifen aufziehen, damit sie ihren Versicherungsschutz nicht riskieren? Wir beantworten Ihnen die wichtigsten Fragen.

1. Gibt es in Deutschland eine generelle Winterreifenpflicht?
Nein. Allerdings regelt die Straßenverkehrsordnung, dass Kraftfahrzeuge bei Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte mit M+S-Reifen unterwegs sein müssen. M+S steht für „Matsch und Schnee“. Diese Reifen sind entsprechend gekennzeichnet und haben ein Profil, das bei winterlichen Straßenverhältnissen wie Schnee, Kälte und Glätte den nötigen Griff gewährleistet.

2. Wie sollten sich Autofahrer am besten verhalten?
Wer sein Fahrzeug im Winter bei Schnee und Glätte nicht stehen lassen will oder kann, sollte auf Winterreifen umrüsten. Das gilt unabhängig von einer gesetzlichen Winterreifen-Pflicht in Deutschland. Denn Winterreifen erhöhen die Sicherheit bei Schnee, Matsch und Glätte. Autofahrer sollten sich daher rechtzeitig auf die kalte Jahreszeit einstellen – im Interesse der eigenen Sicherheit und der anderen Verkehrsteilnehmer.

Wer gegen die „Winterreifenpflicht“ verstößt, muss mit einem Bußgeld von 60 Euro und 1 Punkt in Flensburg rechnen. Werden zusätzlich andere behindert, gefährdet oder es kommt zu einem Unfall reicht das Bußgeld von 80- 120 Euro. Hinzu kommt ein Punkt in Flensburg.

 
3. Wann sollte man auf Winterreifen umrüsten?
In manchen Ländern sind Winterreifen für einen bestimmten Zeitraum vorgeschrieben – von Oktober bis März. Leichter kann man sich das mit der O-O-Regel – also von Oktober bis Ostern merken. Experten empfehlen, dass die Winterreifen von Oktober bis zum Wochenende nach Ostern auf dem Auto bleiben sollten.

4. Zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung auch wenn man ohne Winterreifen einen Unfall verursacht?
Ja. Autofahrer müssen sich wegen ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung keine Sorgen machen: Die Versicherung übernimmt den Schaden des Unfallopfers, auch wenn der Unfall-Verursacher mit Sommerreifen unterwegs war.

5. Zahlt denn die Kaskoversicherung den Schaden am eigenen Auto?
Für den Schutz greift nur die Vollkaskoversicherung (und nicht die Teilkasko): Die Vollkasko zahlt für Schäden am eigenen Auto, der Fahrer geht somit nicht leer aus. Einzige Ausnahme: Der Autofahrer hätte vor Fahrtantritt oder während der Fahrt erkennen müssen, dass Sommerreifen angesichts der Straßenverhältnisse völlig ungeeignet sind. Kommt es deshalb zu einem Unfall, kann die Versicherungsleistung anteilig gekürzt werden.