19.09.2013
Bilanz

Hochwasser 2013 – Versicherer zahlen 1,8 Milliarden an ihre Kunden

  • forsa-Umfrage: 80 Prozent der Schäden wurden begutachtet, jeder zweite Befragte erhielt sofortige Vorschusszahlungen
  • Versicherer unterstützten vielfach bei der Schadenbeseitigung
  • Drei Viertel der versicherten Schäden in vermeintlich ungefährdeten Regionen
  • Nach einer aktuellen Analyse der Versicherungswirtschaft entstanden in den Fluten des Juni-Hochwassers 2013 rund 140.000 versicherte Schäden in Höhe von circa 1,8 Milliarden Euro. Das teilt der GDV heute in Berlin mit. Es ist die zweite Hochwasserkatastrophe innerhalb von elf Jahren mit versicherten Schäden in Milliardenhöhe.

    forsa-Umfrage: 80 Prozent der Schäden wurden begutachtet
    Das Hochwasser hat in acht Bundesländern große Schäden hinterlassen. Besonders betroffen waren Sachsen, Sachsen-Anhalt, Bayern und Thüringen. Die Versicherer richteten sofort Hotlines ein, bildeten Krisenstäbe und setzten Schadenregulierer ein, die sie aus ganz Deutschland in den Überschwemmungsgebieten zusammenzogen. Wie die Hilfe vor Ort angekommen ist und welche konkreten Erfahrungen die Betroffenen mit ihrem Versicherer bei der Schadenregulierung gemacht haben, hat forsa im Auftrag des GDV analysiert. Anfang August wurden Versicherte dazu in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Bayern repräsentativ befragt:

    • Bei der Erstberatung durch den Versicherer fühlten sich 90 Prozent der Befragten gut aufgehoben. Besonders zufrieden waren sie mit der Schnelligkeit und Kompetenz der Beratung.
    • Knapp 80 Prozent der Befragten gaben an, dass sich ihr Versicherer innerhalb von wenigen Tagen um den Schaden gekümmert hat.
    • Zum Zeitpunkt der Umfrage waren 80 Prozent der Schäden von Fachleuten begutachtet. Dabei hat jeder zweite Befragte eine Vorschusszahlung und konkrete Unterstützung zur Schaden-beseitigung erhalten, beispielsweise durch Vermittlung von Handwerkern oder Trocknungsfirmen.
    • Zum Zeitpunkt der Umfrage hatten mehr als zwei Drittel der Befragten ihre Schäden bereits vollständig oder teilweise erstattet bekommen.
    Ergebnisse der Forsa-Umfrage zur Schadenbearbeitung

    Design der repräsentativen UmfrageDesign der repräsentativen Umfrage

    Erstberatung durch VersichererErstberatung durch Versicherer

    Juni-Flut 2013: Begutachtung und SoforthilfeBegutachtung und Soforthilfe

    Juni-Flut 2013: SchadenregulierungSchadenregulierung

     
    „Diese Masse an Schäden in so kurzer Zeit zu regulieren, war eine Herkulesaufgabe“, so Alexander Erdland, Präsident des GDV, bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse in Berlin. „Wir haben unsere Kunden schnell und mit konkreter Hilfe unterstützt.“

    Dr. Alexander Erdland

    Dr. Alexander Erdland, Präsident des GDV:

    „Diese Masse an Schäden in so kurzer Zeit zu regulieren war eine Herkulesaufgabe. Wir haben unsere Kunden schnell und mit konkreter Hilfe unterstützt.“

     
    Viele Schäden in vermeintlich ungefährdeten Regionen
    Ursache für das Hochwasser 2013 waren heftige und langanhaltende Starkregenfälle. Dadurch gab es viele Schäden weitab großer Flüsse. Deichbrüche und sehr hohe Pegelstände sorgten zudem für viele Schäden in bebauten Gebieten, die statistisch betrachtet nur alle 100 Jahre oder seltener vom Hochwasser betroffen sind.

    Gut 75 Prozent der versicherten Schäden entstanden nach vorliegenden Analysen abseits stark hochwassergefährdeter Gebiete – in den sogenannten niedrigen Gefährdungsklassen 1 und 2. Beispielhaft dafür ist der Ort Fischbeck in Sachsen-Anhalt. Dort lagen alle überschwemmten Häuser in der zweitniedrigsten von insgesamt vier Gefährdungsklassen der Versicherungswirtschaft. Versicherungsschutz kann hier unkompliziert abgeschlossen werden.

    Bundesweit sind 99 Prozent aller Haushalte problemlos versicherbar
    99 Prozent aller Haushalte können sich unproblematisch gegen die finanziellen Folgen von Elementarschäden absichern. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus kostet die Elementarschadenpolice weniger als 100 Euro pro Jahr. Für das verbleibende Prozent werden oft über Selbstbehalte oder bauliche Schutzmaßnahmen individuelle und bezahlbare Lösungen angeboten.

    Inzwischen verfügen über 33 Prozent der Gebäude in Deutschland über Versicherungsschutz gegen Hochwasser, bei der Elbe-Flut 2002 waren es noch 19 Prozent. In der höchsten Risikozone – der sogenannten Gefährdungsklasse 4 – die statistisch alle 10 Jahre vom Hochwasser bedroht ist, sind bundesweit 26 Prozent der Wohngebäude versichert. In einigen Bundesländern liegt die Quote sogar deutlich darüber, beispielsweise in Sachsen bei 60 Prozent.

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    Hochwasserschäden

    © GDV Berlin

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    Kathrin Jarosch
    Tel.: 030/ 2020 – 5180
    Mail: k.jarosch@gdv.de