09.08.2013
Start der Bundesliga

Wie sich Profi-Fußballvereine versichern

Bayern gegen Gladbach: Mit diesem Klassiker beginnt heute Abend die 51. Saison der Fußball-Bundesliga. Dass die Saison vor allem finanziell für die Vereine kalkulierbar bleibt, hängt stark mit den speziellen Versicherungslösungen zusammen. Die Bedeutung von Versicherungen für den deutschen Profi-Fußball ist dabei zum Teil existentiell.

Seitdem wirtschaftliche Kriterien den Profifußball dominieren und Ablösesummen in zweistelliger Millionenhöhe normal sind, haben sowohl Klubs aus Spanien, Italien oder England als auch deutsche Fußballbundesliga-Vereine erkannt, dass sie ohne eine Absicherung schnell in die Bredouille geraten können.

Versicherbar ist im Prinzip alles
Generell gilt: Ob Aufstieg oder Abstieg, das Verpassen eines internationalen Wettbewerbs, Spielerprämien im Erfolgsfall, Sportinvalidität oder Ausfall des Flutlichts bei einem Abendspiel – versicherbar ist im Prinzip alles. Die Versicherungen gegen den sportlichen Erfolg oder Misserfolg machen die vertraglichen Zusagen von Sponsoren oder Finanziers kalkulierbar.

Besonders groß ist der finanzielle Verlust für einen Verein, wenn ein Spieler, in den viel Geld investiert worden ist, ausfällt. Deswegen sorgen die Klubs vor. Sie versichern den Marktwert ihrer Spieler. Wo dieser Wert liegt, handeln Vereine und Versicherer im Einzelfall aus.  Die Versicherungssumme für einen Spieler liegt in der Regel bei seinem Jahresgehalt. Konkretere Zahlen werden in der Regel nicht öffentlich. Kein Wunder, dass Sportinvaliditätsversicherungen zu den am meisten verbreiteten Versicherungsarten auf dem Bundesligamarkt gehören. 

Vereine sollten Meistertitel einkalkulieren
Die Deutsche Fußball Liga (DFL) schreibt den Profivereinen bei der Lizenzvergabe vor, über eine ausreichende Haftpflichtversicherung zu verfügen. Der Verband sorgt sich vor allem um die Deckung von Ansprüchen, die vor oder während des Spielbetriebs entstehen können. Die Motive für einen Versicherungsschutz sind bei den Vereinen jedoch anders gelagert: Um sich etwa gegen Erfolg oder Misserfolg der Mannschaften zu schützen, müssen Vereine drei bis fünf Prozent der Deckungssummen zahlen. Die Summen werden fällig, wenn ein Klub unerwartet Meister wird und seinen Spielern plötzlich hohe Prämien zahlen muss. Da kann die Freude um die Meisterschale schnell getrübt werden, wenn der Verein nicht vorgebaut hat.

Auf einen Absteiger hingegen kommt ein finanzieller Verlust durch geringere Einnahmen zu. Darüber hinaus schauen sich Versicherer über mehrere Jahre hinweg Statistiken der Platzierungen, Mannschaftsstärken und Vereinspotenziale genau an. Das Spektrum der Versicherungen ist breit gefächert: von klassischen Produkten wie Sach-, Leben-,Kranken-, Invalidität und Rechtsschutzpolicen bis hin zu Veranstaltungs-Ausfalldeckungen und so genannten Prize-Indemnity-Versicherungen. Die Ausfalldeckungen kommen zum Tragen, wenn ein Sportereignis abgesagt oder abgebrochen werden muss.

Fernsehausfall oder Werbekampagne – fast alles ist versicherbar
Neben Fernsehausfall- und Werbeausfall-Policen gehören auch Non-Appearance-, Directors & Officers-Liability- und Death-Disgrace-Versicherungen zum Portfolio der Bundesliga-Versicherer. Diese greifen für den Fall, dass Stars krankheits- oder verletzungsbedingt nicht zum Spielerscheinen oder wichtige Funktionsträger bei den Veranstaltern bzw. in den Vereinen Fehler mit schweren wirtschaftlichen Folgen machen. Darüber hinaus sichern sie den Versicherungsnehmer gegen ein Fehlverhalten von Image-Trägern in der Öffentlichkeit ab, das eine Werbekampagne schnell wertlos machen kann.

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