07.08.2013
Unwetter

Sturmschäden beheben und dem Versicherer melden

Schwere Gewitter sind in der vergangenen Nacht über Süd- und Ostdeutschland niedergegangen. Allein in Berlin musste die Feuerwehr 247 Mal wegen Wasserschäden oder umgestürzten Bäumen ausrücken – Ausnahmezustand. Bei diesem Unwetter haben neben Blitzeinschlägen vor allem heftige Sturmböen Schäden an Gebäuden und Autos angerichtet. GDV.DE gibt Tipps, was nach dem Sturm zu tun ist und welche Versicherung im Schadensfall aufkommt.

Was ist direkt nach einem Sturm zu tun?
Der Schaden sollte so gering wie möglich gehalten werden. Dichten Sie zerstörte Fenster provisorisch ab, um das Eindringen von Regenwasser zu verhindern. Auch sollten herumliegende Teile, wie abgebrochene Äste oder Dachrinnen, weggeräumt werden. Vermeiden Sie dabei riskante Rettungsversuche, um sich oder Andere nicht zu gefährden.

InfoWorauf ist bei der Schadenmeldung an den Versicherer zu achten?
Bevor der Versicherer Schadenersatz leisten kann, müssen Sie eine Übersicht des beschädigten oder zerstörten Eigentums vorlegen. Deshalb: Fotografieren Sie Ihre Einrichtung regelmäßig und heben Sie die Kaufbelege der wichtigsten Anschaffungen sorgfältig auf.

Nicht alle Schäden lassen sich natürlich vermeiden. Diese Versicherungen kommen für die finanziellen Schäden auf, wenn Haus, Hausrat oder gar das Auto beschädigt wurden:

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Was wurde beschädigt? Welche Versicherung leistet?
Autos Sturmschäden am Auto, wie beispielsweise durch einen umgekippten Baum oder herumfliegende Dachziegel, übernimmt die Teilkaskoversicherung. Abzüglich der vereinbarten Selbstbeteiligung übernimmt die Teilkasko die Reparaturkosten. Bei einem Totalschaden wird der Wiederbeschaffungswert – abzüglich des Restwertes – gezahlt, sodass Sie sich ein gleichwertiges Auto kaufen können.
Gebäude und Hausrat Wohngebäudeversicherung deckt Schäden ab, die an Ihrem Haus sowie den Nebengebäuden (z. B. Garage oder Schuppen) durch Sturm, Hagel, Blitz, Feuer und Leitungswasser entstehen. Die Hausratversicherung sichert Ihren kompletten Hausrat gegen Sturm, Hagel, Blitz, Feuer, Leitungswasser und Einbruch ab. Kommt es zu Überschwemmungen durch Starkregen, brauchen Hausbesitzer und Mieter eine Elementarschadenversicherung.
Häuser in der Bauphase Rohbauten sind besonders sturmgefährdet. Das betrifft nicht nur halbfertige Mauern, Gerüste oder Dachsparren. Auch das Material auf der Baustelle kann von einem Sturm umhergeschleudert werden.

Die Bauleistungsversicherung übernimmt die Kosten für Schäden, die der Sturm am Rohbau und auf der Baustelle anrichtet. Dazu zählen zerstörte Bauteile oder -stoffe sowie auch alle notwendigen Handwerkerleistungen, um den Zustand vor dem Sturm wiederherzustellen.

Prävention: So vermeiden Sie Schäden
Was ist vor einem Sturm zu tun?
  • Das Wichtigste ist der Schutz von Personen. Wird eine Sturmwarnung vom Wetterdienst herausgegeben, sollten Sie sich unverzüglich in Sicherheit bringen und warten bis das Unwetter vorbei ist. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei hilfsbedürftigen Personen.
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  • Schließen Sie Dachfenster, Fenster, Türen sowie Luken und Fensterläden und rollen Sie Markisen auf. Sichern Sie auch Gartenmöbel oder andere Gegenstände außerhalb des Gebäudes. Fahren Sie Ihr Auto weg von Bäumen, am besten in eine Garage. Bringen Sie sich und Andere in Sicherheit.
Wie stark ist ein Haus sturmgefährdet?
Gebäude sind im Strömungsfeld eines Sturms ein Hindernis und daher außergewöhnlichen Windbelastungen ausgesetzt. Besonders gefährdet sind Gebäude in exponierten Lagen, also wenn sie

  • auf Anhöhen oder Bergkuppen, auf Hanglagen, an der See oder auf freien Flächen errichtet sind,
  • einzeln oder quer zur Windrichtung stehen oder
  • aus der geschlossenen Bebauung herausragen.

Besonders riskant sind Stürme für Häuser, die sich noch in der Bauphase befinden. Der Sturm kann zum Beispiel nicht hinreichend gesicherte Kräne und Gerüste umstürzen, Bauteile herumwirbeln oder halbfertige Mauern zum Einsturz bringen.
 
Steht das fertige Haus, sind vor allem Bauteile auf dem Dach oder an der Fassade und solche mit geringem Eigengewicht besonders sturmgefährdet. Hierzu gehören neben Dachziegeln und Schornsteinen beispielsweise auch Solarmodule.

Wie kann das Dach gesichert werden?
Prüfen Sie Ihr Dach regelmäßig. Achten Sie auf:

  • fehlende oder beschädigte Dachziegel oder -platten und Verankerungen
  • beschädigte oder abgerissene Teile und Risse in der Dachhaut
  • unregelmäßige Kiesschüttung bei Flachdächern
  • schadhafter Dachüberstand, Schädlings- oder Fäulnisbefall im Holz
  • abgerissene oder verbogene Dachrinnen und Regenfallrohre oder lose Schneefanggitter
  • Risse an Schornsteinköpfen, -abdeckungen und -einfassungen
  • schadhafte Befestigung der Antennenanlagen oder aus der Verankerung gerissene Blitzableiter
  • instabile Befestigungen von Solarmodulen
Generell gilt, dass Hausbesitzer…
  • ihr Haus in sicherem Zustand halten,
  • bauliche Mängel unverzüglich von einem Fachmann beheben lassen,
  • ihren Baumbestand im Garten zwei Mal im Jahr überprüfen sollten. Ein Risiko stellen ausladende Äste, gehobene Wurzeln und Fäulnisbefall dar. Kann der Hausbesitzer selbst den Zustand nicht beurteilen, sollte er einen Fachmann hinzuziehen.
Hausbesitzer haben eine gesetzliche Verkehrssicherungspflicht. Sie müssen dafür sorgen, dass sich ihr Haus immer in einem sicheren Zustand befindet. Vernachlässigen sie diese Pflicht und ein Passant wird zum Beispiel durch einen herabfallenden Dachziegel verletzt, können hohe Schadenersatzforderungen auf den Eigentümer zukommen.

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Kathrin Jarosch
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