16.08.2013
Altersvorsorge

Drei Forderungen, um künftige Altersarmut zu vermeiden

„Reicht mein Geld im Alter?“ Das fragt die Bild-Zeitung heute in der Titelgeschichte und rechnet vor, wie man richtig vorsorgt. Obwohl Altersarmut hierzulande noch kein massives Problem ist, ist laut einer Umfrage genau diese Sorge bei den Deutschen sehr weit verbreitet. Dieses Gefühl täuscht nicht, denn die Anzeichen sprechen dafür, dass künftig eine steigende Zahl von Rentnern davon betroffen sein wird. Der GDV setzt sich deshalb für ein vernünftiges Zusammenspiel von gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge ein, um künftig Altersarmut zu vermeiden.

Geringer Lohn, unterbrochene Erwerbsbiografien durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen: Es gibt viele Faktoren, die heute bei zukünftigen Rentnern die Weichen in Richtung Altersarmut stellen. Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, sind nach Ansicht des GDV Optimierungen des Gesetzgebers bei der Altersvorsorge unerlässlich:

InfoRiester-Rente:  Dynamisierung des Fördervolumens und die Erhöhung der Grundzulage
Bei der Riester-Rente ist eine Dynamisierung des Fördervolumens und die Erhöhung der Grundzulage erforderlich. Damit können die mit der Einkommens- und Inflationsentwicklung wachsenden Versorgungslücken geschlossen werden. Dazu sollten künftig Beiträge einschließlich Zulagen von bis zu 4 Prozent der Beitragsbemessungsgrenze förderfähig sein. Dies bedeutet bezogen auf 2013 eine Anhebung von derzeit 2.100 Euro auf 2.784 Euro.

Außerdem muss das Problem der Anrechnung von freiwilliger Eigenvorsorge bei der Grundsicherung zum Beispiel durch Freibeträge gelöst werden. Wer vorsorgt, muss im Alter mehr haben, als derjenige, der dies nicht tut.

InfoVerbreitung der betrieblichen Altersvorsorge voranbringen
Der betrieblichen Altersversorgung müssen neue Impulse gegeben werden. Die Versicherungswirtschaft trägt Verantwortung für über 14 Millionen Versorgungszusagen. Dabei bieten Lebensversicherer auch vielen kleinen Unternehmen, die keinen Zugang zu großen Versorgungswerken haben, attraktive Lösungen zur Betriebsrente.

Allerdings ist die Verbreitung der betrieblichen Altersversorgung ins Stocken geraten. Deren Vorteile werden noch nicht ausreichend erkannt und genutzt. Um etwa den Vorsorgeanreiz auch bei Geringverdienern zu erhalten, sollte bei der Grundsicherung ein hinreichend hoher Freibetrag für Eigenvorsorge, zu der auch die betriebliche Altersversorgung zählt, geschaffen werden.

InfoSäulenübergreifende Renteninformation umsetzen
Um die Bürger für die Altersvorsorge zu motivieren, sind transparente Informationen über die künftigen Rentenleistungen notwendig. Deshalb plädieren wir für die Einführung einer Informationsplattform, die es jedem Bürger per Mausklick ermöglicht, den Stand seiner gesetzlichen, betrieblichen und privaten Altersvorsorgeansprüche auf einen Blick zu erfahren: Mit einem solchen Modell hat jeder Bürger zu jeder Zeit seine Versorgungslücken und seinen aktuellen Vorsorgebedarf vor Augen.

Mehr als jeder gut gemeinte Rat würde dies die Menschen antreiben, sich um die eigene Altersvorsorge zu kümmern, und auch langfristig durchzuhalten. In Dänemark wird das Modell bereits erfolgreich praktiziert. Wir sollten auch in Deutschland dafür die erforderliche Rechtsgrundlage schaffen.

Mehr zum Thema: Ansprechpartner:
>> Bundestagswahl: Politische Position des GDV zur Altersvorsorge
>> Bundestagswahl: Was die Parteien gegen Altersarmut planen
>> Rentendebatte: Drei Säulen, ein Ziel
Hasso Suliak
Tel.: 030/ 2020 – 5183
Mail: h.suliak@gdv.de