01.07.2013
Umfrage Justizministerium

Versicherer regulieren Schäden ohne unnötige Zeitverzögerung und im Interesse der Beteiligten

  • hohe Zufriedenheitswerte der Kunden und niedrige Prozessquoten belegen, dass Schaden- und Leistungsbearbeitung gut funktioniert
  • Regulierungspraxis gewährleistet fairen Interessenausgleich zwischen dem Einzelnen und der Versichertengemeinschaft
  • keinerlei Anzeichen für strategische Verzögerung
  • aktueller Rechtsrahmen wird den Anforderungen gerecht

Mit seiner Stellungnahme antwortet der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf ein Schreiben des Bundesministeriums der Justiz (BMJ) vom 11. Februar 2013. Darin waren Versicherungsverbände und Verbraucherorganisationen aufgefordert worden, zu Vorwürfen verzögerter Schadenregulierung und Leistungserbringung durch Versicherer Position zu beziehen. Anlass ist die Anfrage des BMJ an die Landesjustizverwaltungen, ob aus Sicht der Gerichte kritikwürdige Regulierungspraktiken der Versicherer zugenommen hätten und Defizite in der aktuellen Gesetzgebung bestünden.

Dr. Jörg Freiherr Frank von Fürstenwerth

Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der GDV-Hauptgeschäftsführung:

„Die Regulierungspraxis funktioniert aus Sicht der Versicherten und Geschädigten gut. Das belegen sowohl die geringen Prozess- und Beschwerdequoten als auch die regelmäßig positiven Ergebnisse von Kundenbefragungen.“

 
„Die Regulierungspraxis funktioniert aus Sicht der Versicherten und Geschädigten gut. Das belegen sowohl die geringen Prozess- und Beschwerdequoten als auch die regelmäßig positiven Ergebnisse von Kundenbefragungen“, fasst Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des GDV, die Stellungnahme zusammen.

„Schadenregulierung kann sehr komplex sein und muss den Interessen des Geschädigten, des Versicherten und der Gesamtheit der Versicherten gerecht werden. Denn jeden Schaden zahlt die Versichertengemeinschaft, konkret jeder einzelne Versicherte mit seinen Beiträgen. Der aktuelle Gesetzesrahmen gewährleistet einen fairen Interessenausgleich zwischen allen Beteiligten.“

Die wichtigsten Positionen und Fakten im Überblick:
Geringes Beschwerde- und Prozessaufkommen
Konflikte zwischen Kunde bzw. Geschädigtem und Versicherer sind die Ausnahme. Im Schnitt landen nur 0,6 Prozent (Schaden- und Unfallversicherung) bzw. 2 Prozent (Berufsunfähigkeitsversicherung) der Versicherungsfälle vor Gericht. Davon werden rund 30 Prozent (Schaden- und Unfallversicherung) bzw. 50 Prozent (Berufsunfähigkeitsversicherung) durch Vergleich beigelegt. Nur in 22 Prozent (Schaden- und Unfallversicherung) bzw. 15 Prozent (Berufsunfähigkeitsversicherung) der Urteile wurde von den Gerichten entgegen der Leistungsentscheidung der Versicherer entschieden.
Keine Anhaltspunkte für Verzögerung
Dies belegen auch die Beschwerdestatistiken. So war die Zahl der Eingaben 2012 im Vergleich zum Vorjahr sowohl beim Ombudsmann (-2,5 Prozent) als auch bei der BaFin (-5,7 Prozent) rückläufig. Ohnehin bewegen sich die Beschwerdequoten auf äußerst niedrigem Niveau.
Rechtsrahmen hat sich bewährt
Es gibt keine Hinweise auf einen Anstieg juristisch anfechtbarer Regulierungspraktiken der Versicherer. Die Branchenzahlen belegen vielmehr, dass die derzeitige Regulierungspraxis den Bedürfnissen aller Beteiligten gerecht wird.
Zügige Leistungserbringung
Versicherer haben ein originäres unternehmerisches Interesse an einer zügigen und unkomplizierten Schadenbearbeitung, denn daran bemisst sich das Vertrauen ihrer Kunden. Wenn Personen zu Schaden gekommen sind, erstreckt sich die Regulierung naturgemäß über einen längeren Zeitraum: Denn die Höhe der Leistungen hängt maßgeblich vom individuellen Heilungsverlauf ab und kann nicht von vornherein abschließend prognostiziert werden. Sachschäden werden dagegen in der Regel sehr kurzfristig reguliert.
Hohe Kundenzufriedenheit
Entsprechend zufrieden sind Kunden mit ihren Versicherungen, wie unter anderem das aktuelle YouGov „Servicebarometer Assekuranz 2013“ belegt. Fast 90 Prozent der Befragten bewerten darin die Regulierung eines erlittenen Schadens als sehr positiv. 28 Prozent der Befragten gaben an, dass mit einem Kontakt fast alles erledigt war.
Zur Sorgfalt verpflichtet
Die Gesamtheit der Versicherten trägt mit ihren Beitragszahlungen jeden Schaden, daher sind Versicherer in der Pflicht sorgfältig zu prüfen. Nur so können im Einzelfall berechtigte Ansprüche von unberechtigten Forderungen unterschieden und Prämienerhöhungen vermieden werden. Bei Haftpflichtschäden ist der Versicherer sogar gesetzlich verpflichtet, unberechtigte Ansprüche abzuwehren, um seinen Kunden zu schützen.
Versicherer leisten
Mit einem Volumen von rund 44 Milliarden Euro in der Schaden- und Unfallversicherung und gut 76 Milliarden Euro (2012) in der Lebensversicherung erbringen die deutschen Versicherer jährlich konkrete Leistungen in beträchtlichem Umfang für ihre Kunden. Die Zahlen liefern keinerlei Indizien für einen systematischen Missstand.

„Keinerlei Veranlassung an Regulierungsgrundlagen zu rütteln”
Dazu von Fürstenwerth: „Die erhobenen Zahlen und Fakten der Branche zeigen, dass das Konfliktpotenzial zwischen Kunden und ihren Versicherern deutlich geringer ist als es teilweise öffentlich dargestellt wird. Versicherer verzögern nicht und finden auch in strittigen Fällen fast immer Wege, die den Belangen aller Beteiligten gerecht werden. Wir sehen deshalb keinerlei Veranlassung, an den momentanen gesetzlichen Regulierungsgrundlagen zu rütteln.“

Am Mittwoch, den 3. Juli 2013, erläutern wir in einem Pressegespräch die wichtigsten Ergebnisse der Stellungnahme (siehe Download-Bereich) und zeigen anhand konkreter Beispielfälle, wie Schadensfallbearbeitung und -leistungsprüfung in der Praxis ablaufen.

Mehr zum Thema: Ansprechpartnerinnen:
>> Pressegespräch: Verzögern Versicherer Leistungen?
>> Panorama-Bericht: Versicherer haben großes Interesse an zügiger Schadenregulierung
>> Versicherer zahlen zügig: Stellungnahme zum Bericht der Süddeutschen Zeitung
Simone Schuchert
Tel.: 030/ 2020 – 5182
Mail: s.schuchert@gdv.de

Kirstin Zeidler
Tel.: 030/ 2020 – 5111
Mail: k.zeidler@gdv.de

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Stellungnahme

zum Schreiben des Bundesministeriums der Justiz vom 11. Februar 2013 an die Landesjustizverwaltungen zur Schadenregulierung bzw. Leistung durch die Versicherer

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Pressemitteilung

Versicherer regulieren Schäden ohne unnötige Zeitverzögerung und im Interesse der Beteiligten

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