19.07.2013
Podcast

„Verbraucher wollen Orientierung bei einem Rechtsstreit“

Ein Rechtsstreit ist für die meisten Verbraucher eine Ausnahmesituation. Rechtschutzversicherer bieten hier durch Beratung und Fachwissen konkrete Hilfestellungen. Eine Forsa-Umfrage im Auftrag des GDV hat nun untersucht, was die Deutschen von ihren Rechtsschutzversicherern und von Anwälten genau erwarten. Der Forsa-Forscher Dr. Peter Matuschek erklärt im GDV-Podcast die wichtigsten Umfrageergebnisse und Gerhard Horrion, Vorsitzender der Rechtsschutzkommission im GDV, ordnet die Ergebnisse ein.


Podcast_Umfrage_zur_Rechtsschutzversicherung.mp3
Dauer: 4:33

 



  Dr. Peter Matuschek zu den Ergebnissen der Umfrage




Herr Matuschek, was sind denn die zentralen Ergebnisse Ihrer Studie?
Dr. Peter Matuschek: Wir haben herausgefunden, dass die Mehrheit der Bundesbürger schon mal eine rechtliche Auseinandersetzung hatte, dass sie aber einen Orientierungsbedarf hat, wenn es um rechtliche Auseinandersetzungen geht, und dass insbesondere die Angst vor den Folgekosten, die man nicht absehen kann, das wichtigste Motiv wäre, keinen Anwalt einzuschalten.

Woher kommt denn diese Angst?
Nun, die meisten wissen ja, wenn ein Rechtsstreit ausbricht zunächst nicht, was auf sie zukommt, wie lange so ein Verfahren dauern kann. Ob es vor Gericht geht, was da an Folgekosten auf sie zukommt, und von daher ist es für sie natürlich erst mal eine Unbekannte, die sie nicht überblicken können.

In der Tat ist der Anwalt der Erste, an den sich die Bundesbürger wenden würden, wenn sie mit einer rechtlichen Auseinandersetzung konfrontiert sind, das Image der Anwälte ist auch sehr hoch. Aber es gibt auch ein Drittel der Befragten, die da Vorbehalte haben, die skeptisch sind, ob Anwälte immer zum Wohl ihrer Mandanten arbeiten. Und von daher schrecken auch viele eher davor zurück, einen Anwalt einzuschalten.

Was verlangen die Deutschen denn in erster Linie von einem Anwalt?
Die Verbraucher wollen vor allen Dingen, dass er transparent darlegt, welche Kosten auf sie zukommen. Aber auch, dass er in einer verständlichen Sprache mit ihnen spricht, dass er erreichbar ist, dass er sich Zeit nimmt. Und natürlich auch, dass er kompetent ist. Aber das ist sozusagen etwas, das vorausgesetzt wird. Am Wichtigsten ist den Befragten, dass der Anwalt sie aufklärt über die Risiken, die damit verbunden sind.


  Gerhard Horrion, Vorsitzender Kommission Rechtsschutz im GDV




Herr Horrion, was sagen Sie denn dazu, dass 70 Prozent der Deutschen Angst vor den Kosten eines Rechtsstreits haben?
Gerhard Horrion: Wenn Bürger an dieser Stelle große Angst vor den Kosten haben, dann ist diese Angst berechtigt, denn die Verfahrenskosten auf dem Weg zu seinem guten Recht sind in der Vergangenheit sehr stark gestiegen und werden in ganz naher Zukunft weiter drastisch steigen.

Eine Rechtsschutzversicherung mit einem ganz breiten Schutzschirm für eine Familie – angefangen beim Mietrechtschutz, Arbeitsrechtschutz, Vertragsrechtschutz, Verkehrsrechtschutz etc. – kostet in etwa 300 Euro im Jahr, eine Beratungsstunde beim Anwalt kostet häufig 150 Euro und mehr, und damit liegt die Preiswürdigkeit einer Rechtsschutzversicherung in der Tat auf der Hand.

Viele Deutsche haben laut der aktuellen Studie Probleme, einen Anwalt zu finden, dem sie vertauen. Wie können die Rechtsschutzversicherer da helfen?
Die Anzahl der Anwälte hat sich seit 1990 verdreifacht, 160.000 Anwälte stehen heute miteinander im Wettbewerb, es gibt mehr als 20 Fachanwalts-Qualifikationen. Der Bürger ist regelmäßig überfordert, hier den besten Ansprechpartner zu finden. Hier helfen Rechtsschutzversicherer weiter, sie haben über Jahrzehnte Erfahrungen aus vielen Millionen Anwaltskontakten und können auf dieser Basis die herausragenden Anwälte empfehlen.

Und wie gehen Sie da konkret vor?
Wir versuchen in Abhängigkeit von der konkreten Problemlage des Kunden weiterzuhelfen, in einem ersten Telefonkontakt sein Rechtsproblem tatsächlich einzuordnen, zu bewerten, und Möglichkeiten der Konfliktbeilegung zu identifizieren. Die telefonische Erstberatung erfolgt in aller Regel durch Volljuristen. Und im zweiten Schritt wird dann an einen zugelassenen Anwalt weiter geleitet, der sich dann des Sachverhalts im Detail annimmt und dem Kunden dann mit großer Serviceorientierung eine bestmögliche Hilfestellung bietet.

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