16.07.2013
GDV-Präsident Erdland

„Jeder Schritt zurück in der Rentenreform geht auf Kosten der jüngeren Generationen“

Zum ersten Mal seit der Einführung der Riester-Rente ist der Bestand der Verträge leicht zurückgegangen. Aufgrund dieses Rückgangs deshalb nun in der Rentenpolitik den Rückwärtsgang einzulegen, hält GDV-Präsident Alexander Erdland aber für den falschen Weg. Vielmehr müssen die finanziellen Folgen der Alterung gerecht auf alle Generationen verteilt werden.

Laut Statistik des Bundearbeitsministeriums ist der Bestand der Riester-Verträge im ersten Quartal 2013 insgesamt um 0,17 Prozent zurückgegangen. Dieser Rückgang überrascht nicht, denn der Absatz von Riester-Verträgen ist 2012 eingebrochen.

Die Gründe für diesen Rückgang sind vielschichtig: Sicher stellen die Finanzmarktkrise, die historisch niedrigen Zinsen sowie volatile Aktienmärkte für die private Altersvorsorge eine erhebliche Belastung dar.

Unnötige Verunsicherung durch unzutreffende Behauptungen
Aber auch eine Kette unzutreffender Behauptungen über eine angeblich mangelnde Attraktivität der Produkte hat zu unnötiger Verunsicherung beigetragen. Zuletzt hatte das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) mit einer umstrittenen Studie, in der die eingezogenen Sicherheitsniveaus systematisch mit der zu erwartenden Rendite verwechselt wurden, die Riester-Rente mit der medienwirksamen wie falschen These in Verruf gebracht, diese sei nicht besser als ein Sparstumpf.

Angesichts der demografischen Herausforderungen unseres Landes führt an der privaten Altersvorsorge kein Weg vorbei, wenn unsere Alterssicherungssysteme demografiefest gemacht werden sollen. Die Riester-Rente ist dabei für viele Menschen die mit Abstand attraktivste Vorsorgevariante. Auch die Kritiker der Riester-Rente sind regelmäßig nicht in der Lage, realistische Alternativen aufzuzeigen, die höhere Leistungen bieten.

Dr. Alexander Erdland

Dr. Alexander Erdland, Präsident des GDV:

„Die Diskussion über eine Rolle rückwärts der Rentenreform geht an der Wirklichkeit vorbei. Jeder Schritt zurück geht auf Kosten der jüngeren Generationen. Die demografische Entwicklung lässt sich nicht wegdiskutieren. Deshalb brauchen wir Lösungen, die die finanziellen Folgen der Alterung auf alle Generationen gerecht verteilen. Das geht nicht ohne kapitalgedeckte Altersvorsorge. Nur mit allen drei Säulen kann das Alterssicherungssystem insgesamt stabil bleiben.

Um in der gesetzlichen Rentenversicherung wachsende Versorgungslücken zu schließen, sollten bei der Riester-Rente das Fördervolumen dynamisiert und die Grundzulage erhöht werden. Dazu hat der GDV verschiedene Vorschläge gemacht.

Außerdem muss das Problem der Anrechnung von freiwilliger Eigenvorsorge bei der Grundsicherung zum Beispiel durch Freibeträge gelöst werden. Wer vorsorgt, muss im Alter mehr haben, als derjenige, der dies nicht tut.“

 
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