11.06.2013
Bundestagswahl

Was die Parteien gegen Altersarmut planen

(dpa) – Noch ist die Altersarmut kein Problem in Deutschland. Geringer Lohn, unterbrochene Erwerbsbiografien durch Kindererziehung oder die Pflege von Angehörigen können aufgrund des sinkenden Rentenniveaus jedoch dazu führen, dass künftig eine steigende Zahl von Rentnern eine gesetzliche Rente unterhalb der Grundsicherung erhält. Ein wirksamer Ansatz zur Vermeidung von Altersarmut für künftige Rentnergenerationen geht nur in einem vernünftigen Zusammenspiel von gesetzlicher, betrieblicher und privater Vorsorge.
 
Vordringliches Ziel jeder Reform muss es daher sein, für die Menschen heute angemessene Anreize zur Eigenvorsorge zu schaffen. Zur Vermeidung der drohenden Altersarmut haben die im Bundestag vertretenen Parteien unterschiedliche Konzepte vorgelegt. Ein Überblick:
 
 
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Lebensleistungsrente
Mit der Lebensleistungsrente sollen Mini-Renten von langjährigen Geringverdienern bis maximal 850 Euro aufgestockt werden. Voraussetzung: Sie haben auch privat oder betrieblich fürs Alter vorgesorgt. Ältere Mütter sollen mehr Rente bekommen.
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Solidarrente
Geringverdiener mit mindestens 30 Beitragsjahren und 40 Versicherungsjahren sollen eine aus Steuern finanzierte Solidarrente von mindestens 850 Euro erhalten. Das Rentenniveau soll bis zum Ende des Jahrzehnts auf dem derzeitigen Stand von knapp 50 Prozent des Durchschnitt-Nettolohns gehalten werden.
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„Mit 60 in Rente“
Beschäftigte sollen bereits nach Vollendung des 60. Lebensjahres in Rente gehen können, wenn ihre Gesamteinkünfte das Niveau der staatlichen Grundsicherung übersteigen. Zugleich sollen Rentner unbegrenzt und ohne Abzug hinzuverdienen können.
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Garantierente
Jeder, der 30 Versicherungsjahre vorweisen kann, soll eine Garantierente von mindestens 850 Euro monatlich erhalten. Dabei sollen Zeiten der Kinderbetreuung und Arbeitslosigkeit stärker als bisher rentensteigernd angerechnet werden.
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1050 Euro für jeden
Kein Rentner soll weniger als 1050 Euro im Monat erhalten, das Rentenniveau auf 53 Prozent angehoben werden. Auch Beamte, Selbstständige und Politiker sollen in die Rentenversicherung einzahlen. Mit 40 Beitragsjahren soll jeder Beschäftigte ohne Abschläge ab 60 in Ruhestand gehen können.
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(Quelle: dpa)

Positionen der deutschen Versicherungswirtschaft

Einige der Parteien-Vorschläge gehen dabei in die richtige Richtung. Sie folgen der Erkenntnis, dass die gesetzliche Rente um Leistungen aus privater und betrieblicher Altersvorsorge ergänzt werden muss.
 
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