11.06.2013
Verbraucherzentralen

Hochwasser – Auch in der höchsten Risikozone ist Versicherungsschutz möglich

Der Bundesverband der Verbraucherzentralen (vzbv) teilte mit, dass den Menschen in besonders gefährdeten Überschwemmungszonen kein Versicherungsschutz angeboten würde. Eine Umfrage der Verbraucherzentrale Sachsen unter 40 Versicherern habe gezeigt, dass kein Angebot gemacht worden oder Versicherungsschutz gegen Hochwasser ausgeklammert worden wäre.

Auf der Internetseite der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) heißt es:
„Problematisch ist, dass nicht alle Betroffenen eine Versicherung für Überschwemmungsschäden haben. Wie sich bei einer Anfrage der Verbraucherzentrale Sachsen an 40 Versicherer zeigte, boten die Anbieter keinen Schutz, wenn sich das Haus in einer hochgefährdeten Überschwemmungszone befand.”

  Hierzu nimmt Jörg von Fürstenwerth, Vorsitzender der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), wie folgt Stellung:

Die vzbv nimmt Bezug auf eine Umfrage der Verbraucherzentrale Sachsen von 2010. Die Schlussfolgerung der Verbraucherschützer, es gäbe keine Angebote, ist aus den Umfrageergebnissen nicht ableitbar: Diese zeigen vielmehr, dass auch in hochgefährdeten Überschwemmungszonen (ZÜRS Zone 4) Versicherungsschutz angeboten wurde.

Auch in der höchsten Risikozone, der sogenannten Gefahrenklasse 4, sind Gebäude versichert.

Beispiel: In den stark vom aktuellen Hochwasser betroffenen Orten Grimma und Döbeln war 2011 fast jedes zweite Gebäude innerhalb der Hochrisikozone 4 gegen Hochwasser versichert (in Grimma 46 Prozent und in Döbeln 47 Prozent). Im Bundesvergleich sind das überdurchschnittlich viele versicherte Gebäude. Auch in Deggendorf sind 32 Prozent der Häuser innerhalb dieser Hochrisikozone versichert – mehr als im bayerischen Durchschnitt.

Insgesamt können Versicherer 99 Prozent der Gebäude unproblematisch versichern. Und auch für das verbleibende Prozent lässt sich mit Selbstbehalten oder baulichen Präventionsmaßnahmen überwiegend Versicherungsschutz anbieten. Einige Unternehmen haben für die Hochrisikozone eigene Expertenteams, die sich ausschließlich um Versicherungslösungen potentieller Kunden in exponierten Gebieten kümmern.

Eine Auswertung von Finanztest (Ausgabe 8/2011) zeigt, dass es ein breites Angebot an Versicherungsschutz gibt, auch für exponierte Lagen.

Über die Versicherbarkeit von Gebäuden entscheidet maßgeblich die Lage und Bauausführung. Individuelle Prävention und staatlicher Hochwasserschutz wie Deiche und Dämme wirken sich positiv aus. Fakt ist aber auch, dass es auch unversicherbare Gebäude geben wird, weil keine wirtschaftlich sinnvolle Versicherungslösung angeboten werden kann.

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  Kirstin Zeidler
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